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Kinder machen Oper für Kinder: „Cinderella“ von Peter Maxwell Davies hat in Hamburg Premiere

Im Jahr 2001 feierte die Hamburgische Staatsoper Erfolge mit der Inszenierung der Kinderoper „Pollicino“ von Hans Werner Henze. In der laufenden Spielzeit wird die „Opera piccola“ ihre diesjährige Produktion im Kulturzentrum Kampnagel Hamburg präsentieren. Premiere ist am 2. Februar 2002. Wieder setzt sich das Orchester aus Schülerinnen und Schülern Hamburger Schulen zusammen, 36 junge Musiker werden bei „Cinderella“, der mit Abstand beliebtesten Kinderopern des britischen Komponisten Peter Maxwell Davies, mitmachen. Die Sängerinnen und Sänger wurden aus 120 Kindern ausgewählt, die sich im Frühjahr 2002 zum Vorsingen an der Hamburgischen Staatsoper gemeldet hatten. Das Stück wird in doppelter Besetzung einstudiert. Cornelius Meister ist der musikalische Leiter dieser mit Spannung erwarteten Opernpremiere, Branko Brezovec zeichnet für die Regie verantwortlich.

Zum Inhalt: Als Au-Pair-Mädchen kommt Cinderella in den Haushalt der bösen Witwe Knurrig. Sie muss den ganzen Tag putzen, und die gemeinen Töchter der Witwe machen ihr das Leben schwer. Die Katze ist ihr einziger Trost – das Tier verfügt über magische Kräfte, stattet Cinderella mit Ballkleid und Kutsche aus und verhilft ihr so zu einem glänzenden Auftritt beim Fest des Prinzen. Schrill und knallbunt geht es in Peter Maxwell Davies 1980 komponierte Kinderoper zu: Cinderella schaut MTV, der Pizzaboy sorgt für eine Überraschung am Schluss, und auch mit den bösen Schwestern nimmt es ein ungewöhnliches Ende.

Maike Schiller schreibt im Hamburger Abendblatt (Ausgabe 31.01.2003) über die aufregenden Vorbereitungen zur Premiere:

" 'Cool! Geil! Superfit!' Ohne Zweifel - dieser Text ist kindgerecht. Voller Inbrunst jubelt der zartgliedrige Frederic, neun Jahre jung und kaum höher als das Mikrofon, seine erste Opernarie in den Raum. 'Noch deutlicher!', weist Clemens Meister den jungen Sänger an. 'Im Publikum sitzen auch Erwachsene - die kennen solche Wörter gar nicht!' Meister, der selbst erst 22 Jahre alte musikalische Leiter der zweiten 'Opera piccola'-Produktion, einer Kooperation zwischen Staatsoper und Kampnagel, erntet mit dieser Bemerkung verächtliches Gekicher beim Dreikäsehoch-Ensemble. Ach, wenn die altmodischen Alten doch bloß wüssten, wie cool Oper sein kann!

Am kommenden Sonntag können sie es herausfinden, dann feiert Peter Maxwell Davies' freche Kinderoper "Cinderella" (frei nach Grimms Märchen vom 'Aschenputtel') in der Kampnagelhalle 'k2' Premiere. 48 kleine Steppkes zwischen 8 und 16 Jahren, aufgeteilt in die Besetzungen 'gelb' und 'blau', stecken derzeit in den Endproben. Mit der finanziellen Unterstützung der Mercedes-Benz-Niederlassung Hamburg und unter der Regie des kroatischen Kampnagel-Dramaturgen Branko Brezovec präsentieren die musikbegeisterten Kids aus allen Hamburger Stadtteilen und Schulformen, was sie unter dem Konzept 'Kinder machen Oper für Kinder' verstehen.

Schon in der ersten Szene wird deutlich, dass diese Geschichte nicht ganz so ablaufen wird wie vom Märchenonkel gewohnt. Denn Cinderella ist hier nicht Stieftochter, sondern Au-pair-Mädchen - in den Augen des Komponisten und Texters Davies offenbar die Leibeigenschaft der Gegenwart. Und statt romantischer Kutschen nutzt die 'Cindy' von heute den ICE, um zu ihrer Gastfamilie zu gelangen. Dort tragen die drei verzogenen Schwestern Boris-Becker-BHs und Greenpeace-Buttons und zanken mit Vorliebe um die Fernbedienung des mannshohen TV-Geräts."