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Johannes Harneit: „Triptychon

Uraufführung am 13. März 2003 in Emden

Anlässlich des 65. Geburtstages von hans-joachim hespos am 13. März 2003 komponierte Johannes Harneit das Kammerorchesterwerk „Triptychon (13x3)“, das am 13. März in Emden unter der Leitung des Komponisten uraufgeführt wird.

„In diesem Jahr“, kommentiert Harneit, „feiern wir beide ‚runde Geburtstage’, und es reizte mich, sehr unterschiedliche kompositorische Ansätze zu einer Art ‚Doppelportrait’ zusammenzubringen. hespos’ Devise ‚keine Zitate’ befolgend, enthält die Komposition jedoch keinen hespos, und allmählich auch keinen Harneit mehr. Stattdessen erscheinen nach einem sehr offenen Beginn (im ultrachromatischen Total) die nach dem Quintenzirkel geordneten Chopin-Préludes – von mir noch zusätzlich nach Tongeschlecht getrennt, dafür allerdings durch ein (ihnen latent innewohnendes) Fugenthema verbunden. Diese Zwangsordnung wird schließlich in spektrale Utopien aufgelöst, die das 1. Präludium aus Bachs ‚Wohltemperiertem Clavier“ paraphrasieren. Angeregt wurde die Komposition durch einen Bericht im Tagebuch Cosima Wagners, nach dem sich Richard an der unaufgelösten Dissonanz in Chopins F-Dur-Prélude störte, und ihren Einwand, es handele sich doch um einen Naturlaut, nicht gelten ließ: auch dieser müsse mit den ewigen Gesetzen der Harmonie übereinstimmen.“

hans-joachim hespos, der seinen Namen generell in Kleinbuchstaben zu schreiben pflegt, gilt als einer der entschiedensten und konsequentesten Außenseiter der zeitgenössischen Musik Deutschlands. Nachdem er zunächst im Schuldienst gearbeitet hatte und das kompositorische Handwerk autodidaktisch erlernte, entstand 1964 seine erste Komposition für Cello solo. 1967 gewann hespos den Kompositionspreis der Gaudeamus Stichting; 1968 erhielt er den 1. Preis der Fondation Royaumont Paris. Weiter Förderpreise folgten. Als Gastdozent arbeitete er in Israel, den USA, Brasilien und Japan. 1982 gründete er mit Werner Scheitza die „Kulturscheibe von Hoyerswege“.