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„Das Beben“ von Awet Terterjan wird in München uraufgeführt

Mit großer Spannung wird die Uraufführung der Oper Das Beben des armenischen Komponisten Awet Terterjan nach einem Libretto von Terterjan und Gerta Stecher am Münchner Gärtnerplatztheater erwartet. Die Premiere der Inszenierung, für die Ekkehard Klemm (Musikalische Leitung) und Klaus Guth (Regie) verantwortlich zeichnen, hat am 16. März 2003 Premiere.

Die Vorlage des dramatischen Opernstoffes bildet Heinrich von Kleist berühmte Novelle „Das Erdbeben in Chili“ aus dem Jahr 1806, die die Zerstörung Santiago de Chiles im Jahr 1647 zum Hintergrund hat. Kleist erzählt von der Tochter eines Adeligen, die ins Kloster gesteckt wurde, um sie von ihrem Geliebten zu trennen. Als die Liebenden im Klostergarten ertappt werden, verurteilt man sie zum Tode. Kurz vor der Hinrichtung befreit sie ein Erdbeben. Um an einem Gottesdienst teilzunehmen und Gott für ihre Rettung zu danken, begeben sich beide in die halbzerstörte Kathedrale der Stadt. Sie werden erkannt und als schuldig an der Heimsuchung gebrandmarkt. Die aufgebrachte Menge tötet sie.

Awet Terterjan schöpft aus den archaischen Traditionen der armenischen Musik. Melodische Floskeln fehlen nicht, werden aber eher als Klanggesten eingesetzt, die zu klangfarbenreichen Passagen kontrastieren. Ausgangspunkt seines Stils ist oftmals ein einzelner Ton, der über lange Strecken gehalten wird.

Terterjan kommentierte sein Werk in einem Gespräch mit Hannelore Gerlach einmal mit folgenden Worten: „Mich reizte an diesem Stoff die Konfrontation von Individuum und Masse, das Problem einer reinen, aufrichtigen Liebe inmitten von kollektiver Grausamkeit, von stumpfem Festhalten an alten Moralbegriffen. Viele Probleme werden hier durch das Ereignis des Erdbebens noch zugespitzt – das Verhalten der Menschen zueinander, ihre Schwächen, ihre Wandlungen. Es geht ja nicht um die Erschütterung der Erde als Naturereignis, sondern eben so sehr um die Erschütterung jedes einzelnen Menschen und die dadurch ausgelösten Verhaltensweisen.“