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Sergej Prokofjew: 50. Todestag am 5. März 2003

Schon zu Beginn seines Studiums am Konservatorium in St. Petersburg interessierte sich Prokofjew weniger für die Tradition als für die Avantgarde seiner Zeit. Und es waren nicht ausschließlich Musiker, die ihn inspirierten, sondern auch Künstler und Dichter wie u.a. Wladimir Majakowski. Prokofjews eigenständige musikalische Sprache war von Dissonanzen und kantigen Rhythmen geprägt, was seiner Sprache nicht selten etwas Groteskes verlieh. 1909 beendete er sein Kompositionsstudium (u.a. bei Rimski-Korssakov), dies allerdings mit „mässigem“ Erfolg. Durch Werke wie „Sarcasmes“ (1912-14) und „Visions fugitives“ (1915-17) wurde er von der Presse als Futurist gebrandmarkt und vom Publikum abgelehnt. Ganz anderer Beschaffenheit war dagegen die „Symphonie classique“ (1916-17), in der er noch vor Strawinsky neoklassizistisch arbeitete, sowie die Oper „Die Spieler“. 1918 verließ Prokofjew in Einvernehmen mit der Regierung des Landes und ging nach Amerika. Sechs Jahre später kehrte er nach Europa zurück und liess sich in Paris nieder. Es entstanden Ballettmusiken, u.a. für das Ballet Russe. Dennoch ließ der große Erfolg auf sich warten, so dass und Prokofjew 1927 in die Heimat zurückkehrte.

Schon zur Pariser Zeit hatte sich ein Stilwandel in seinen Kompositionen bemerkbar gemacht: Die neue musikalische Sprache Prokofjews war von einer schlichteren Harmonik geprägt, an Stelle von chromatischen Schichtungen trat eine neue Diatonik. Prokofjew glaubte diese Suche nach einer „Neuen Einfachheit“ mit der offiziellen Ästhetik der Sowjetunion vereinbaren zu können. Aber auch er wurde 1948 wegen vermeintlichem „Formalismus“ heftig angegriffen und musste musikalische Zugeständnisse machen, u.a. durch eine Mehrzahl von Werken, die eine sowjetische Thematik behandeln.

Die erfolgreichsten Werke von Prokofjew sind zweifellos das musikalische Märchen „Peter und der Wolf“ (1936) und vor allem die Ballettmusiken „Cinderella“ und „Romeo und Julia“. Im Opernbereich war Prokofjew stets ein Experimentator, der Neues erproben wollte. Die musikalische Sprache der Oper „Semjon Kotko“ (1940) kann als neuer Traditionalismus bezeichnet werden, in dem Prokofjew mit Leitmotiven und Volksliedzitaten arbeitet. Die „Verlobung im Kloster“ (1946) knüpft stilistisch an „Die Liebe zu den drei Orangen“ an und ist ein Intrigen- und Verwirrspiel im Stil des 18. Jahrhunderts. Das musikalische Epos „Krieg und Frieden“ hingegen ist durch ihre schlichte, fast zeitlose musikalische Sprache geprägt.