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Stummfilmklassiker „Odna“ mit der restaurierten Musik von Schostakowitsch wird in Holland und Frankreich uraufgeführt

Die Rekonstruktion einer frühen Filmmusikpartitur von Dmitri Schostakowitsch hat bereits im vergangenen Jahr durch die CD-Veröffentlichung der Firma Capriccio (Bestellnr.: 10 562) mit dem Radiosinfonieorchester Berlin unter Leitung Michail Jurowskis für Aufsehen gesorgt. Nun wird das Werk vollständig zusammen mit dem gleichnamigen Stummfilmklassiker am 12. April 2003 in s’Hertogenbosch live uraufgeführt. Folgeaufführungen finden am 15. April in Utrecht (Vredenburg) und am 16. April in Paris (Sorbonne) statt. Die Ausführenden sind Orchester, Chor und Solisten des Amsterdamer Konservatoriums unter Leitung von Mark Fitz-Gerald.

Der englische Dirigent Mark Fitz-Gerald (*1954) hat die 1930 entstandene Partitur der Filmmusik „Odna“ (Allein) op. 26 von Dmitri Schostakowitsch, die für eine Sojuskino-Leningrad-Produktion der berühmten sowjetischen Kinopioniere Grigori Kozintsev (1904-1973) und Leonid Trauberg (1901-1990) entstanden war, zusammen mit Theodore van Houten (NL), Nic Raine (GB) und Krzysztof Meyer (PL/BRD) rekonstruiert. Er ergänzte außerdem fehlende Nummern allein mit dem Gehör unter Verwendung einer Tonaufnahme aus dem Jahre 1931.

1930 erhielt Dmitri Schostakowitsch den Auftrag für „Odna“. Der Film ist zweifellos eine der bewegendsten Produktionen des sowjetisch-russischen Kinos. Die Hauptperson ist Jelena Kousmina, eine hochintelligente und in ihrem Lebensumfeld durchaus glückliche Leningrader Lehrerin. Gegen ihren Willen wird sie ins Altai Gebirge versetzt, um eine neue Schule für analphabetische Hirtenkinder zu betreuen. Dort wird sie von den Müttern und Kindern geliebt, vonseiten der Machthaber der kommunistischen Partei jedoch verachtet. Ein Viehhändler entführt die junge Frau, die nur mit knapper Not dem Tod im sibirischen Winter entgeht. Als sie von einem Flugzeug ins Novosibirsker Krankenhaus eingeliefert wird, verspricht sie den Schülern, bald zurückzukehren.

"Odna" gilt als einer der ersten sowjetisch-russischen Tonfilme. Die Musik wurde gesondert aufgenommen, während einige Klangeffekte und Monologe erst im Nachhinein hinzugefügt wurden. Trotzdem blieb "Odna" historisch im wesentlichen ein Stummfilm, zu dem eine Partitur und Titelkarten existierten.