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„Das Beben“ in München

Zur Uraufführung der Oper „Das Beben“ des armenischen Komponisten Awet Terterjan am 16. März 2003 am Münchner Gärtnerplatztheater schreibt die Fachzeitschrift „Opernwelt“ (Mai 2003):

„Wenn die Erde bebt, dann blendet grelles Licht die Zuschauer in den Rängen, schwillt die Musik bis zum fünffachen Forte an, bevor ein plötzlicher Moment der Stille einsetzt und danach die Klage des Volks vor einem immer mehr anschwellenden Regenguss vom Tonband über dem Ostinato der Pauken sich Bahn bricht. (...) Awet Terterjan lässt die Musik oft minimalistisch in sich und über dem Klangkontinuum der tonal zentrierten, in der Lage weit gespannten Streicher kreisen, komponiert etwa ein zigfach wiederkehrendes chromatisches Motiv für die Hörner, bis der Chor in Terz- und Tritonusgängen schier explodiert: ‚Wer so wie sie sündigt, ist des Tods sicher.“

Terterjan lässt die Streicher nach dem glanzvollen ‚Der Himmel hat uns gerettet’ des Liebespaars einen emphatischen Akkord aus C-Dur, Es-Dur und a-moll lange aushalten und füllt gar ein ganzes – das fünfte – Bild mit der Vertonung eines einzigen Satzes: ‚Leben werden wir’, der sich über hunderte von Takten hinweg zu einem großen skandierenden Ensemble aus Chor und Orchesterstimmen auftürmt. Das ist in der Einfachheit des Materials und der Komplexität der Verarbeitung aufregend und bildet über knapp zweieinhalb Stunden einen großen, spannungsgeladenen Bogen.

Claus Guth hat für seine Inszenierung das Gärtner das Gärtnerplatztheater gleichsam entkernen lassen. Die Zuschauer sitzen nun auf der Bühne und in den Rängen, während das Orchester im Zuschauerraum auf vier Podeste gruppiert ist, die ein Kreuz bilden. Im ersten Teil singt der Damenchor von den Seitenplätzen des ersten Ranges, der Herrenchor besetzt die erste Reihe der Bühnen-Tribüne, und vier riesige Pauken dominieren die vier Ecken des Zuschauerraums. So ist der Klang in seinen Terz-, Quart-, Quint- und Oktavschichtungen auch dank des ausnehmend präzise dirigierenden Ekkehard Klemm exzellent räumlich aufgefächert. (...)“