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Pressespiegel zu Ruzickas „Celan“ in Mainz

Am 29. März 2003 hatte Peter Ruzickas Musiktheater „Celan“ in einer Neuinszenierung am Staatstheater Mainz Premiere.

Die Frankfurter Rundschau (Bernhard Uske, 31.03.2003) schreibt:

„ (...) Bei den von Ruzicka geforderten vielen Filmeinblendungen zu Themen wie Krieg, Flucht, Liebe hat man sich in Mainz auf chiffrenhafte Computeranimation, die den gesamten Bühnenbereich umfaßt, beschränkt (perfekt realisiert von Gabor Prusci, Mark Gläser und Mirko Belbez). Wie kräftige Regenschauer rieseln Schreibmaschinentypografien hernieder, zoomen sich auf einer Bogner-Schaukel stereotype Körper bedrängend den Zuschauern entgegen, entweichen die realpräsenten Bühnenakteure als Körperschatten gleich einem Himmelfahrtskommando ins offene Nichts des Schnürbodens zum ‚Grab in den Lüften’. Hier, dank des medialen Abstraktionsniveaus ganz unpeinlich, wurden trotz aller sonstigen Lyrik-Abstinenz dann doch noch Verbindungen zum ästhetischen Ausdruck Celans gegenwärtig – zu eben der ‚Todesfuge’ oder der ‚Himmelschlucht’, wo die ‚Himmelwracks’ ‚mit erdwärts gesungenen Masten fahren.’

Im Wiesbadener Kurier (Axel Zibulski, 31.03.2003) war zu lesen:

„Ruzickas Oper ist keine tönende Biografie des Dichters Paul Celan, dem der Komponist kurz vor dessen Tod noch persönlich begegnete. Vielmehr kehren biografische Augenblicke stets wieder: Ein Kaffeehaus in Bukarest, wo der Dichter erste literarische Erfolge feierte, ein deutscher Wartesaal, eine Pariser Brücke als mutmaßlicher Ort von Celans Freitod im Jahr 1970. Wie in einer Fugen-Form (Todesfugen-Form?) wiederholen sich diese Spielorte bei abgewandeltem Geschehen. Die eigene Bühnenausstattung von Regisseur Pilz bleibt dabei sparsam und abstrakt genug, um die filmschnittartigen Zeitsprünge realisieren zu können: Gleich zweifach tritt dabei der Dichter selbst auf. Im Jahr seines Todes (von Richard Salter vor allem spielerisch glaubhaft gezeichnet) und als junger Mann (mit balsamischen Tiefen: Vadim Volkov). Nach dem zentralen vierten Entwurf treffen beide zusammen, miteinander im Streit.“