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Wahnwitzig-wahnhafte Liebeserhitzung: Kaija Saariahos Oper „L’amour de loin"

Zur Premiere/Deutschen Erstaufführung der vor wenigen Jahren bei den Salzburger Festspielen uraufgeführten Oper „L’amour de loin“ der finnischen Komponistin Kaija Saariaho in Darmstadt am 26. April 2003 schreibt Gerhard R. Koch in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (28.04.2003):

„(...) Multikulturalismus ist nicht das Zentralthema, sondern: l’amour fou, eine wahnwitzig-wahnhafte Liebeserhitzung, deren selbstzerstörerische Energie aus irrealer Ferne des Objekts resultiert (...) Der Text, mit dem verglichen ‚Parsifal’ und ‚Pelléas’ geradezu ‚dramatisch’ sind, setzt auf Legendenton, nimmt alles Narrative reflektierend nach innen, schafft so Hohlräume für Musik, die Kaija Saariaho suggestiv zu füllen weiß: mit fluoreszierenden Seelen-Zustandsbeschreibungen, Multicolor-Klang-Migrationen zwischen tonal und atonal, instrumental und elektronisch, im Zwischenreich dunkel-gleißender Sonoritäten. Von Messiaen, dessen Franziskus-Oper sie animierte, ist ihre Tonsprache ebenso beeinflusst wie von der ‚Spektralklang’-Ästhetik am Pariser Ircam, die sich auch in den eher zart glitzernden Elektronik-Duftwolken niederschlägt. (...)“