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Schostakowitsch und die Folgen / „Samuel Goldenberg und „Schmuyle“

Zwei Buchneuerscheinungen beim Ernst Kuhn Verlag

Mit seinen Texten und Abhandlungen zur osteuropäischen Musik, die der Ernst Kuhn Verlag in der Reihe studia slavica musicologica veröffentlicht und mittlerweile auf knapp drei Dutzend Bände hat anwachsen lassen, wird eine Lücke in der Fachliteratur gefüllt. In der Regel stützt sich der Verlag auf Beiträge namhafter Fachleute, die aus Anlass internationaler Symposien entstanden sind, und ergänzt sie allenfalls hier und da mit weiteren unselbständig erschienenen Publikationen.

Der sechste Band der Reihe „Schostakowitsch-Studien“ widmet sich der Wirkung des Werkes von Schostakowitsch auf Zeitgenossen und Nachgeborene, der Widersprüche seiner Rezeption sowie der derzeitigen Landschaft der russischen Musik. In mehreren Studien wird eingehender auf einzelne Komponisten (Denissow, Gubaidulina, Herschkowitz, Karminski, Lokschin, Schnittke, Shchedrin, Slonimski und Wainberg) und deren Werke Bezug genommen, so dass es Verlag und Herausgeber für angemessen hielten, den entsprechenden Beiträgen ausführliche und aktuelle Werkverzeichnisse dieser Komponisten zuzuweisen und dem Band auf diese Weise auch den Charakter eines Nachschlagewerkes zu geben. Es verwundert nicht, dass der mit Abstand umfangreichste Band der Reihe somit fast vierhundert Seiten stark ist.

„Samuel Goldenberg und Schmuyle“ ist eine weitere Neuerscheinung des Ernst Kuhn Verlages betitelt, die sich Jüdischem und Antisemitischem in der russischen Musikkultur widmet. Dreizehn Forscher und Autoren aus Israel, den USA, England, Schweden, Russland und Deutschland widmen sich in einzelnen Beiträgen Aspekten dieser Thematik in der russischen Musikgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts. Die im vorliegenden Band vereinigten Beiträge fügen sich, einer in den fünfziger Jahren von Gerald Abraham begründeten Tradition folgend, gleichsam zu einem „Symposium“, ohne dass die Autoren hierfür wirklich zusammentreffen müssen. Das Schwergewicht der Aufsätze liegt eindeutig im Bereich des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts. Jascha Nemtsov aber beschäftigt sich in einem höchst lesenwerten Artikel auch mit antisemitischen Tendenzen in der stalinistischen Musikpolitik, während Igor Karpinski das Werk Alexander Lokschins und die nationale jüdische Tradition unter die Lupe nimmt. In englischer Sprache kamen zum Abdruck: „The Research And Expeditionary Of The Folklore Division Of The Cabinet For Jewish Culture At The Ukrainian Academy Of Sciences In 1944-1949“ (von Lyudmilla Sholokhova) sowie “Mark Kopytman: Seeking his Jewish Roots” (von Julia Kreinin).

Der neue Band korrespondiert mit dem erst vor kurzem erschienenen Symposiumsbericht “Das Jüdische in der Musik Schostakowitschs”, der beim gleichen Verlag herausgekommen ist.

Bibliographische Angaben:

„Schostakowitsch und die Folgen – Russische Musik zwischen Anpassung und Protest“. – (Schostakowitsch-Studien, Band 6). – Reihe: studia slavica musicologica ssm 32. - Verlag Ernst Kuhn, Berlin, 2003. – ISBN 3-928864-93-9

„Samuel“ Goldenberg und „Schmuyle“ – Jüdisches und Antisemitisches in der russischen Musikkultur. – Reihe: studia slavica musicologica ssm 27. – Verlag Ernst Kuhn, Berlin, 2003. – ISBN 3-928864-87-4