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Grandiose Uraufführung: Jan Müller-Wielands Melodram „König der Nacht“ ein Publikumserfolg

Zur Uraufführung des am 30. Mai 2003 im schweizerischen Feldkirch uraufgeführten Werkes „König der Nacht“ von Jan Müller-Wieland, bei dem Klaus Maria Brandauer die Rezitation übernommen hatte, schreibt die Vorarlberger Tageszeitung:

„(...) Jan Müller-Wieland hat ein abendfüllendes Werk in großer Besetzung geschaffen, das eine ungeheure Kraft hat, doch auch Poesie, Zartheit und nicht zuletzt Witz. Klaus Maria Brandauer stand im Mittelpunkt, sich selbst übertreffend, Hiob, Gott und Teufel zugleich. Denn, so will der Komponist, der auch den Text eingerichtet hat, spüren lassen: Gott und Teufel sind in uns und doch ‚haarscharf neben uns’.

Ausgangspunkt ist das alttestamentarische ‚Buch Hiob’. Der Mensch in den Mühlen Gottes und des Satans, zweifelnd, sich aufbäumend, resignierend. Gedichte von Nelly Sachs werden gesungen von einem Damenterzett (Sibylle Schaible, Heike Heilmann und Maida Karisik) in expressiven Reibungen, auch in geheimnisvollem Flüstern. Das Orchester bäumt sich mächtig auf, wenn Gott dem Satan die Macht über Hiob gibt, frech lärmend, aber auch mit dem Schrei der Anklage. Heilige Worte ertönen aus dem Mund Hiobs, ein ‚Vater unser’ von ins Mark gehender Intesnität, in das die Engel ergriffen flüsternd einstimmen.

Schließlich schickt Gott dem Hiob einen Behemoth, ein Tier, das stärker ist als alle, Spiegel seines Selbst und Ansprechpartner. Großartig, wie Müller-Wieland diesen Behemoth allein aus Tönen erschafft: Die Instrumente grunzen und fauchen, Brandauer mit ihnen, der Klang wächst an und schließlich steht dieses Tier mächtig vor uns. Ein Text der dänischen Dichterin Pia Tafdrup bildet den so visionären wie existenziellen Schluss des Werkes. Das Balthasar-Neumann-Ensemble unter Thomas Hengelbrock sorgte für eine kongeniale Wiedergabe der atemberaubenden Partitur.

Konzertmeisterin Elisabeth Kufferath zeigte am Donnerstag mit dem Violinsolo ‚Himmelfahrt’, ebenfalls von Jan Müller-Wieland, dass er auch in kleiner Form aussagestarke Bögen zu spannen weiß.“