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Lera Auerbach und John Neumeier: Ein Ballett für Fantasiebegabte

Anlässlich der Balletturaufführung „Préludes CV“ am 22. Juni 2006 an der Hamburgischen Staatsoper schreibt Monika Fabry im Hamburger Abendblatt (23.06.2003):

„Einhelliger, begeisterter Beifall für ein Ballett, auf das man sich vor der Uraufführung nur schwer einen Vers machen konnte: So geheimnisvoll und inhaltlich kaum fassbar wie die ‚Préludes CV’, die gestern in der Hamburgischen Staatsoper die 29. Hamburger Ballett-Tage eröffneten, ist noch nie ein Werk von Hamburgs Ballett-Intendant John Neumeier im Vorfeld seiner Uraufführung behandelt worden. „Versuchen Sie nicht, das Ballett zu verstehen. Es hat keine Geschichte - außer der Handlung, die Sie eventuell beim Hören der Musik und gleichzeitigen Betrachten dieser Bewegungssituationen in sich selber spüren“, bittet Neumeier die Zuschauer, ihre eigenen Assoziationen anzustellen, Beziehungen zu knüpfen und ihre eigenen Geschichten zu formen, ohne krampfhaft nach Motivationen zu suchen. Eine ungemein reizvolle Aufgabe, wie sich im Verlauf des zweieinhalbstündigen Abends herausstellte, selbst für die, die sich gern von einem Geschichtenerzähler an die Hand nehmen lassen. (...)

In einem Ballett, das sich wie zwei Seiten einer Medaille interpretieren lässt. Zumal auch die Musik der jungen Komponistin Lera Auerbach in ihrer klar strukturierten Linienführung als Vorlage für Charakterstücke dient, die Neumeier zum ‚choreographischen Skizzenbuch in zwei Teilen’ zusammenbindet.

So ausgedehnt wie möglich hat er die Bühne geöffnet, auf der die fabelhaften Solisten - Vadim Gluzman (Geige) und Angela Yoffe (Klavier) in den Préludes für Geige und Klavier und Ani Aznavoorian (Cello) und Lera Auerbach (Klavier) in den Préludes für Cello und Klavier - Platz genommen haben.

In direktem Dialog mit den großartigen, höchst individuellen Solisten und Ersten Solisten der Compagnie entstehen hier Interaktionen, werden in Momentaufnahmen Lebenssplitter von Menschen beleuchtet, die nicht ganz zufällig die Namen einiger Tänzer tragen. Viele Stücke können auch als innere Monologe, aber auch als Lieder ohne Worte verstanden werden, deren Sinn sich bisweilen schwer entschlüsseln lässt, die aber schön und aufregend anzusehen sind. Einige Solisten der Compagnie gaben den Figuren ihre Namen.“