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Wo Gott ist, ist auch ein Brandauer

Ein Beitrag zu Jan Müller-Wielands neuem Werk

Stephan Hoffmann hat in der Tageszeitung Die Welt/Feuilleton (13.06.2003) einen Beitrag ber die Festspiele Feldkirch verffentlicht, die dieses Jahr unter dem Motto Gottesspuren standen. Am 30. Mai 2003 war im Montforthaus Feldkirch Jan Mller-Wielands Epiphanie Knig der Nacht fr Sprecher, Gesang und Orchester nach einer von ihm selbst stammenden Textcollage zur Urauffhrung gelangt. Kein Geringerer als Klaus Maria Brandauer hatte den Sprecherpart bernommen.

Hoffmanns Kritik:

Ein Schauspieler spielt immer ein Stck weit auch sich selbst. Und ganz besonders gilt das fr Superstar Klaus Maria Brandauer. Sicher, man htte die gigantische Partie eines groen Leidenden, groen Kreativen und groen Verneiners auch sehr viel schlichter und weniger extrovertiert anlegen knnen, doch Brandauers Version ist zumindest eine mgliche, hchst kurzweilige und selbstredend technisch perfekt realisierte Interpretation: Es geht um eine spektakulre Trias, um Hiob, um Gott, um den Satan. Und Brandauer ist selbstredend alles zusammen in Jan Mller-Wielands einem Oratorium angelehnten Werk Knig der Nacht, das bei Thomas Hengelbrocks Feldkirch-Festival berzeugend uraufgefhrt wurde.

Das diesjhrige Festspiel-Thema heit Gottesspuren, und Mller-Wielands Hiob-Paraphrase wurde eigens dafr in Auftrag gegeben. Es ist, auch abseits von Brandauers so werkdominierter Rollenanlage, ein uerst effektsicher komponiertes Stck, dem man hchstens vorwerfen kann, dass keine weiteren Auffhrungen vorgesehen sind. Ein Werk wie dieses wrde ganz sicher auf groes Interesse stoen. Denn so viele zeitgenssische Oratorien akzteptabler Qualitt gibt es schlielich auch wieder nicht.