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Préludes CV – Lera Auerbach zu Gast in Hamburg

Am 22. Juni 2003 werden die Hamburger Ballett-Tage mit einer Ballett-Uraufführung von John Neumeier eröffnet, bei der ausschließlich Musik der aus Russland stammenden, derzeit in den Vereinigten Staaten lebenden Komponistin Lera Auerbach gespielt wird. Obwohl ihre 24 Préludes für Violine und Klavier bereits 1999 entstanden sind, haben die Widmungsträger mit der Uraufführung extra für die neue Produktion des Hamburger Ballettdirektors gewartet. Speziell für John Neumeier hat Auerbach außerdem die 24 Préludes für Violoncello und Klavier geschrieben, die in diesem Rahmen ebenfalls zur Uraufführung gelangen werden. Die Instrumentalsolisten sind Lera Auerbach selbst (Klavier) sowie Vadim Gluzman (Violine), Ani Aznavoorian (Violoncello) und Angela Yoffe (Klavier).

Die Hamburgische Staatsoper schreibt zu diesem Ereignis in ihrem aktuellen Journal (2/2003):

„Inspiriert von der Arbeit mit dem Hamburg Ballett bat Vadim Gluzman – er hatte die Solovioline bei ‚Bernstein Dances’ in der Staatsoper und in New York gespielt – John Neumeier, die ‚24 Préludes für Violine und Klavier’ mit Angela Yoffe vorspielen zu dürfen. Die Komponistin und Pianistin Lera Auerbach stammt aus Russland und lebt seit den frühen 90er Jahren in den USA. Sie hat das Stück 1999 für die beiden Musiker geschaffen.

Die klar strukturierte Linienführung der Komposition und die Musikalität Lera Auerbachs gefielen John Neumeier so gut, dass er sich entschloss, den Musikzyklus für ein neues Ballett zu verwenden. Vadim Gluzman entschied, die ‚Préludes’ nicht konzertant, sondern erst gemeinsam mit dem Ballett uraufzuführen.

Lera Auerbach ordnete ihre ‚Préludes’ nach dem Vorbild Chopins als Tonartenzyklus im Quintenzirkel im Wechsel von Dur- und paralleler Molltonart. 1999 schrieb Lera Auerbach auch ‚24 Préludes für Violoncello und Klavier’. John Neumeier eröffnet seine Choreografie mit diesem Stück, das musikalisch viel direkter und teilweise auch schroffer daherkommt als sein Äquivalent für Violine.

Reizvoll bei der Arbeit an seiner 125. Choreografie ist für John Neumeier die Auseinandersetzung mit nie zuvor aufgeführter Musik einer noch (!) nahezu unbekannten Komponistin. Doch der Horowitz-Biograf David Dubal nannte Lera Auerbach bereits eine ‚Universalkünstlerin, jemand, der mehr als je gebraucht wird in einer Gesellschaft, die immer skeptischer denjenigen gegenübersteht, die in allen Dingen einen Ausdruck erkennen’.

Musikalisch gelten Préludes seit dem 19. Jahrhundert als ‚Charakterstücke’, das sind Werke, mit denen der Komponist eine bestimmte Idee ausführt. Ebenso können auch John Neumeiers Choreografien angesehen werden. Sie lassen dem Zuschauer viel Raum für eigene Assoziationen, Gefühle, Ideen und fügen sich so zu einer Kette aus ganz persönlichen Lebenssplittern.“