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„Redende Kammermusik“: Schnittke und Schostakowitsch in einer CD-Besprechung

In der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift „Neue Zeitschrift für Musik“ (4/2003) ist eine begeisterte CD-Kritik zu Aufnahmen von Werken aus den Sikorski-Katalogen erschienen.

Gerhard Dietl schreibt zur Einspielung des Klavierquintetts von Alfred Schnittke und des Streichquartetts Nr. 15 von Dmitri Schostakowitsch durch das Keller Quartett und Alexei Lubimov (Klavier) bei ECM (ECM 1755):

„Von Trauer und Schmerz reden beide Werke, und beide tun dies ohne Worte rein im Medium der Kammermusik. Im Falle Alfred Schnittkes war es der Tod der Mutter, der ihn zu seinem melancholischen, klanglich sublimen Klavierquintett inspirierte, im Falle Schostakowitschs die eigene Krankheit, die sich in den teils brütenden, dann wieder peinigend bohrenden Wendungen seines letzten Streichquartetts niederschlug. Das Keller Quartett und der Pianist Alexei Lubimov werden in ihrer Interpretation den beiden Werken wunderbar gerecht. Sie lassen die Musik nur langsam in Gang kommen, so als ob ihnen beim Sprechen der Atem stockte. Dennoch baut sich in den Mittelsätzen des sechsteiligen Schostakowitsch-Quartetts zeitweise eine ungeheure Spannung auf, die erst im abschließenden Epilog wieder ganz verlöscht. Gläserner und spröder, wie hinter einem Vorhang ertönt Schnittkes Musik mit ihren leise schmerzenden Sekundreibungen, zwischen denen auf einmal ein unwirklicher Walzer aufscheint, der sich später zum grimmigen Totentanz steigert.“