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Musik im Schweigen: Peter Ruzicka

Das groe, Peter Ruzicka gewidmete Portrt des Norddeutschen Rundfunks, Redaktion das neue werk, am 10./11. Oktober 2003 wrdigte Joachim Mischke im Hamburger Abendblatt (Ausgabe vom 13.10.2003) mit folgenden Worten:

Wovon man nicht sprechen kann, darber muss man schweigen. Oder, frei nach Wittgenstein, komponieren. Zwei Konzerte in der NDR-Reihe "das neue werk" dokumentierten im Liebermann-Studio Positionen des ehemaligen Hamburger Opern-Chefs und dirigierenden Komponisten Peter Ruzicka. Machten hrbar, wie spannungsgeladen (und stoisch wiederkehrend) die Auseinandersetzung mit einem Idol wie Mahler und einem Verstrer wie dem Lyrik-Verdichter Paul Celan sein kann, wenn das emotionsbeladene Schaffen von Musik auch Ventil ist fr das Organisieren von Musik, ob nun in Hamburg, Mnchen oder Salzburg. Und die Abende endeten, bestimmt nicht zufllig, mit Wittgenstein als famous last words.

Ruzicka dirigierte vor allem sich selbst, und wenn Raritten von Mahler, dann auch in Reflexion des eigenen Kommentars zur Weltskepsis des Geistesverwandten. Mahlers Todtenfeier sezierte Ruzicka eher mit kompetenter Distanz, als dass er sie durchlitt. Das NDR Sinfonieorchester lie ihn gewhren, man ist spielend erfahren genug fr solche Flle von Eigenregie. Die Celan-Symphonie, Urauffhrung eines Gedanken-Destillats des Opern-Erstlings, whlte schon mehr auf. Ein Mosaik aus Andeutungen und Verzweiflung toste und stockte (beeindruckend: die Sopranistin Anne-Carolyn Schlter), und auch hier rundete eine satte Dosis Pathos-Hommage in Richtung des Mahlerschen Sptwerks das Finale ab. Mit Sharon Kam hatte Ruzicka eine einfhlsame, virtuose Solistin fr sein Klarinettenkonzert. Beim Arditti Quartet waren das fragmentarisch-zerrissene dritte und das selbstzweiflerische vierte Streichquartett in besten Hnden (...)