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Abschiedszauber: Presse zur Uraufführung der Henze-Oper in Salzburg

Das zentrale Ereignis der diesjährigen Salzburger Festspiele war die Uraufführung der jüngsten Oper von Hans Werner Henze „L’Upupa und der Triumph der Sohnesliebe“. Seine letzte Oper solle es sein, erklärte der „Großmeister des Musiktheaters“, wie ihn Detlef Brandenburg in seiner Kritik (Die Deutsche Bühne 10/2003) bezeichnete.

„Manchem Abschied wohnt ein Zauber inne, und man hört daher diese rätselhafte Zauberoper sicher anders als andere Uraufführungen. Noch einmal bewundert man, wie souverän Henze hier über eine über die übliche Funktionsharmonik hinausgreifende Tonalität polyphon umspinnt, wie er Kantilenen ins Vielschichtige einwebt, wie raffiniert er Rhythmen und Metren kombiniert. Nach all den letztlich doch siegreich geschlagenen Schlachten mit den 60er-Jahre-Avantgardisten der strengen Observanz, nach den nicht ganz so siegreichen politischen Kämpfen späterer Jahre strahlt dieses Alterswerk eine serene Gelassenheit aus: Die Musik strömt organisch, enthält sich weitgehend all der Zitate, für die es mannigfaltige Gelegenheit gäbe; selbst formale Reprisen gibt es kaum (abgesehen von einer immer wieder stark abgewandelten Floskel, die die Lustspiel-Konvention beschwört, indem sie ein unglückliches Ende in munter-heiterer Diktion ausschließt als ‚Ding, das nimmer und nimmer geschehen darf und kann’). Wie Henze jedoch mit der Angst vor dem Scheitern gekämpft hat, wie ihn die weltgeschichtlichen Ereignisse der letzten drei Jahre erschüttert haben, kann man in seinen Autobiografischen Mitteilungen nachlesen. Resignation klingt in diesem Arbeitsbuch an, eine durchaus spürbare Unterströmung auch der ‚L’Upupa’-Musik. Ja, er müsse, wie viel andere auch, zugeben, dass das Projekt der Aufklärung gescheitert sei, antwortete Henze auf eine Frage Peter Ruzickas. Nun also der Mythos als letztes noch mögliches Medium der Humanität?“