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Peter Ruzicka begeisterte in Hamburg

Peter Ruzicka dirigierte am 13. und 14. Dezember 2003 die Hamburger Symphoniker und brachte dabei auch ein eigenes Werk, das Nachtstck aus dem Jahr 1997, zur Auffhrung. Die Tageszeitung Die Welt kommentiert in ihrer Ausgabe vom 16. Dezember 2003:

Zur Klarinette hat der Komponist, Intendant und Dirigent Peter Ruzicka ein ganz besonderes Verhltnis. Erst im Oktober stellten er und Sharon Kam als Solistin sein vor drei Jahren in Donaueschingen uraufgefhrtes Werk Erinnerung im Rolf-Liebermann-Studio des NDR vor. Insgeheim drfte er vielleicht bedauert haben, mit der exquisiten Klarinettistin Nicola Jrgensen bei seinem Gastdirigat der Hamburger Symphoniker am vergangenen Wochenende das Stck nicht gleich schon wieder auf ein Hamburger Programm setzen zu knnen. Mit ihrem samtweichen, perfekt intonierten Ton, den przisen Konturen und dem zauberhaften Glanz ihres Spiels htte die junge Solo-Klarinettistin des WDR-Sinfonieorchesters diesen anspruchsvollen Part jedenfalls mit ebensolcher Bravour bewltigt. (...)

Richard Wagners Parsifal, aus dem im zweiten Teil sieben, von Ruzicka selbst zusammengestellte Instrumental-Fragmente erklangen, steht vergleichbar dem eingangs erklungenen Nachtstck im Zeichen der Verweigerung. Nur ist es hier der Gral als Gegenentwurf zur modernen Welt, der die Vision eines friedlichen Zusammenlebens von Mensch und Natur im Schopenhauerschen Sinne symbolisiert. Voller Schmelz und Emphase trugen die Streicher das diatonisch aufsteigende, getragene Abendmahlthema vor, dem die Blser mit einem feierlichen Choral antworten. Doch der Glauben ist durch die Triebe des Menschen und den Zauberer Klingsor bedroht, der im aggressiven Vorspiel zum zweiten Aufzug seine verfhrerischen Schlingen auswirft. Ruzicka benutzt dafr keine zackig-groen Gesten wie beispielsweise Christian Thielemann, entldt damit aber kein minder packendes Krftepotenzial. Schade, dass er bislang noch keine ganze Wagner-Oper dirigiert hat. Ein exzellentes Orchester fr ein solches Vorhaben htte er in den brillanten Hamburger Symphonikern jedenfalls allemal gefunden.