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Hamburger Symphoniker mit Samuel Barbers Second Essay

In ihrem sechsten Sinfoniekonzert (14./15.02.2004) spielten die Hamburger Symphoniker unter Yoav Talmis Leitung das berühmte Second Essay for Orchestra von Samuel Barber. Die Tageszeitung DIE WELT kommentiert in ihrer Ausgabe vom 16. Februar 2004:

„Wahre Essayisten gibt es unter Komponisten nur sehr wenige. Einem Mann wie Anton Bruckner zum Beispiel, der für einen sinfonischen Satz allein schon zwanzig Minuten braucht, wäre eine solch knappe Form mit komprimierter Aussage wahrscheinlich nie in den Sinn gekommen. Ganz im Gegensatz zu seinem amerikanischen Kollegen Samuel Barber, der den Begriff aus der Literatur entlehnte und gleich zwei seiner Orchesterstücke als First und Second Essay bezeichnete. Mit dem späteren, 1942 entstandenen Werk eröffneten die Hamburger Symphoniker unter Yoav Talmis Leitung ihr sechstes Sinfoniekonzert. Seiner Idee zufolge verliert sich Barber nicht in ausschweifenden Gesten, langwierigen Steigerungen und komplexen Themenstrukturen. Schnell stellt sich nach dem pastoralen Bläsereinsatz und dunkel-dräuenden Paukenwirbeln Lebendigkeit ein. Die rasch wechselnden, an Filmmusikszenen erinnernden Klangbilder münden daraufhin in eine Fuge, die sich zu einem vielgestaltigen, von den Symphonikern bravourös umgesetzten Konzert für Orchester erweitert. Nicht ohne Dramatik ließ Talmi den Schluss-Choral aufblühen, der auf dichtem Raum einem plakativen, von drei mächtigen Gong-Schlägen unterstrichenen Ende entgegeneilte.