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Russische Erstaufführung von Kantschelis „Little Imber“ in Moskau

Im Auftrag der Organisation „Artangel“ komponierte der georgische Komponist Gija Kantscheli das kammermusikalische Klangporträt „Little Imber“ für Knaben- und Männerchor, Solostimme und Instrumentalensemble (Flöte, Oboe, Gitarre, Violine, Viola, Violoncello, Kontrabass und Keyboard), das vom Knabenchor der Salisbury Cathedral, dem Georgischen Männerchor „Rustavi“ und Mitgliedern des Matrix-Ensembles unter der Leitung von Nika Memanishvili in Imber (Großbritannien) interpretiert wurde. „Little Imber“ gelangte am 21. August 2003 in Imber (Großbritannien) zu einer gefeierten Uraufführung. Was verbirgt sich hinter diesem Werktitel?

Der Ort Imber in Salisbury Plain war in den Wirren des Zweiten Weltkrieges vor genau sechzig Jahren zum militärischen Sperrgebiet erklärt worden. Damals wurden die hundertsechzig Einwohner evakuiert und mussten ihre Dorf für die Stationierung von amerikanischen Soldaten räumen. Heute ist Imber ein verlassener, einsamer Ort, der Geschichte auf eine eigenwillige Art erzählt. Eine moderne Besiedlung hat in dem unverschuldet zum Museum gewordenen Areal nicht mehr stattgefunden, und mancher Engländer, der Imber längst vergessen hatte, wurde durch das Uraufführungsevent wieder an seine Existenz und sein Schicksal erinnert. Warum aber ging der Auftrag für eine Widmungskomposition nicht an einen Engländer oder zumindest an jemanden, der mit diesem Ort in irgendeine Verbindung zu bringen wäre. Warum erklangen In Imber Verse in georgischer Sprache, aufgeführt vom Georgischen Männerchor Rustavi und dem Knabenchor der Salisbury Cathedrale? Antworten auf diese Fragen kann man ausschließlich im Wesen von Gija Kantschelis Musik finden, die einen besonderen Platz im Umfeld zeitgenössischen Komponierens einnimmt.

Ein Instrumentalensemble und der Moskauer Kammerchor unter Leitung von Wladimir Minin werden „Little Imber“ am 15. April 2004 in Moskau zur russischen Erstaufführung bringen.