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Mahler in Hamburg und sein Symphonisches Präludium bei Sikorski

Am 13. Mai 2004 wird im Hamburger Michel eine von der Gustav Mahler Vereinigung gestiftete Gedenktafel enthüllt. Damit, so die Vereinigung, wolle man an ein denkwürdiges Ereignis erinnern: Vor 110 Jahren, am 29. März 1894, empfing der 34jährige Mahler, der seit 1891 als Chefdirigent der Oper in der Hansestadt lebte und arbeitete, in der Kirche St. Michaelis die Inspiration für die Textgestaltung im Finale seiner Auferstehungssinfonie. Anlässlich der Enthüllung wird es am gleichen Tag ein Mahler-Konzert im Michel geben, bei dem u.a. die Altistin Hanna Schwarz, begleitet von Matthias Veit am Flügel, Lieder des Komponisten vortragen wird.

In den Katalogen der Sikorski Musikverlage befindet sich das „Sinfonische Präludium“ von Gustav Mahler, dessen Entstehungs- und Wiederentdeckungsgeschichte berichtenswert ist. Mahler schrieb dieses Werk 1876 in seinem ersten Studienjahr in Wien. Es ist, wie der Herausgeber Albrecht Gürsching erzählt, eine an Bruckner orientierte, grandiose Talentprobe des 16jährigen. Gürsching weiter: „Das Stück ist in einem Particell von fremder Hand überliefert (Heinrich Tschuppig, ein Studienkollege Mahlers). Da dieses Particell in den vergangenen hundert Jahren schon einmal zerrissen wurde (von Mahler??), war die Rekonstruktion der Partitur eine echte Detektivarbeit: die Klebestellen, in einer mangelhaften Fotokopie noch undeutlicher, ließen in groben Zügen die Absichten des Autors erahnen. Zudem war das teilweise sehr massige Partiturbild stets in zwei Systeme gequetscht. Daher stand vor der eigentlichen Partitur noch die Erstellung eines getrennteren Particells, in dem die zu erratenden Töne und die genauen Stimmführungen festgelegt wurden. Die eigentliche Partitur entstand dann im exakten Vergleich mit Bruckners dritter Sinfonie und Mahlers frühen Kompositionen.“

Die Taschenpartitur des „Sinfonischen Präludiums“ von Gustav Mahler ist bei Sikorski als Druckausgabe verfügbar (Ed. 1431).