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„Mario und der Zauberer“ – Oper nach Thomas Mann in Stuttgart

Mit seiner einaktigen Oper „Mario und der Zauberer“ nach Thomas Manns gleichnamiger Erzählung hat sich der britische Komponist und Librettist Stephen Oliver kein leichtes Sujet ausgesucht. Das Stück spielt in Torre di Venere, einem italienischen Badeort in den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Eine deutsche Familie verbringt dort ihren Sommer. Eine Spannung liegt in der Atmosphäre, „unter der Schreckensherrschaft der Sonne“. Was zunächst privat erscheint, etwas ein Moment der unschuldigen Nacktheit der kleinen Tochter, wird für das Strandpublikum zum gesellschaftlichen Affront: eine Verletzung der „Ehre seines Landes“. In diese zum Zerreißen gespannte „Urlaubsidylle“ bricht die Ankündigung der Zaubervorführung des Magiers Cipolla. Alle, auch die Kinder, zieht es zu diesem Ereignis, dessen Faszination sich niemand entziehen kann. Der missgestaltete Cipolla bittet auch den Kellner Mario auf die Bühne und scheint seine Gedanken an eine nicht erwiderte Liebe lesen zu können. Er verführt Mario zu einem Kuss und macht ihn glauben, er, der hässliche Zauberer, sei die Geliebte. Aus der Trance erwacht, zieht Mario völlig unvermittelt einen Revolver und schießt Cipolla nieder.

Die brillant komponierte Kammeroper von Stephen Oliver (1950-1992) wurde 1988 auf dem Festival von Batignano uraufgeführt und erlebt nun in der Inszenierung der Jungen Oper Stuttgart am 25. Juni 2004 ihre deutsche Erstaufführung. Oliver folgt der Vorlage Manns sehr genau, vermeidet aber durch einige dramaturgisch geschickte und szenisch einleuchtende Eingriffe, dass aus seinem Werk eine bloß wortgetreue und/oder textüberfrachtete Literaturoper wird. Die einstündige Kammeroper schafft mit neunköpfigem Orchester eine atmosphärisch dichte und spannende Erzählung mit sehr genau charakterisierten Rollen und Gesangspartien.

Musikalische Leitung: Wolfgang Heinz

Inszenierung: Manfred Weiß

Cipolla: Motti Kastón

Mutter: Madeleen Jsselmuiden

Signora Angiolieri: Sarah Maria Su

Bürger: Steffen Doberauer

Signor Angiolieri: Steffen Fichtner

Bürgermeister: Johannes Kaleschke

Guiscardo: David Pichlmaier

Mario: Matthias Eschli

Tochter: Amelie Wimpfen

und andere

Premiere 25. Juni 2004 im Kammertheater

weitere Vorstellungen: 27., 29. Juni, 1., 3., 5., 7., 9., 12., 13., 15., 17., 19., 21., 25. Juli 2004