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Wirkungsvoll und suggestiv: Peter Ruzickas „Celan“ in Köln

In der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift Opernwelt (06/2004) hat Matthias Norquet eine Besprechung der Neuproduktion von Peter Ruzickas Musiktheater „Celan“ (Premiere am 3. April 2004 an der Kölner Oper) zur Veröffentlichung gebracht. Er schreibt u.a.:

„Günter Krämer hat Peter Mussbachs schweifendes Libretto, dessen realistische Szenenvorschläge bei der Dresdner Premiere offenbar widerstandslos umgesetzt wurden, etwas ausgenüchtert. Ulrich Schulz’ nachtschwarze Bühne wird einzig von drei schmalen Säulen gegliedert, auf denen Texte in brennendem Orange von unten nach oben laufen, zunächst Adornos ‚nach Auschwitz’-Verweigerung, dann Celan-Zitate, schließlich die Mahnworte ‚Aus Deutschland’. In dieser düsteren Landschaft lässt Krämer Solisten und Chor mit körperlicher Expressivität agieren. Die Bewegungslosigkeit mag hier und da etwas ostentativ ausgefallen sein, doch gehört visuelle Ruhe zu den unabdingbaren Mitteln theatralischer Suggestion, wirkungsvoll vor allem dann, wenn – wie in Köln – die Bühne aus sich heraus wirklich zu bannen vermag.

Der junge Bariton Miljenko Turk (Celan 2) war schon in Dresden dabei, Thomas Ströckens (einer der Vertreter von Mehrfachpartien) in Mainz. Patricia Roach, Ausrine Stundyte, Banu Böke und Claudia Rohrbach sind die Frauen, welche Celans Leben prägen, Tómas Tómasson verkörpert hintergründig die Widersacher des Dichters. Kein Lob zu hoch für Thomas Mohr: Vor kurzem fideler Eisenstein in der ‚Fledermaus’, gibt er jetzt die abgründige Leidensfigur Celan 1, stimmlich beklemmend intensiv, sprachlich vorbildlich, darstellerisch hinreißend.“