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Peter Igelhoff zum 100. Geburtstag – eine Widmungssendung im ARD-Hörfunk

Peter Igelhoff – dieser Name ist untrennbar verbunden mit anspruchsvoller, witzig-rhythmischer Unterhaltungsmusik. Als Komponist und Interpret machte sich der Deutsch-Österreicher in den dreißiger und vierziger Jahren mit seiner unverwechselbaren Originalität einen Namen. Schlager wie „Der Doktor hat gesagt“, „Das Nachtgespenst“ oder „Sommersprossen“ waren in Komposition und Gesangsstil typische, immer wiederverlangte Igelhoff-Lieder. Seine Interpretationskunst war so populär, dass durch ihn auch Lieder anderer Komponisten wie der zungenbrecherische „Donaudampfschiffsfahrtskapitän“ zu Igelhoff-Erfolgsliedern wurden.

Am seinem Geburtstag, d. 22. Juli 2004, widmet ihm der ARD-Hörfunk in seiner im Sendeverbund ausgestrahlten und vom WDR produzierten Hörfunksendung „ZeitZeichen“ eine Spezialsendung (u.a. 20.15 Uhr auf NDR Info).

Geboren wurde Igelhoff (der eigentlich Peter Ordnung hieß) am 22. Juli 1904 in Wien. Schon früh zeigte er musikalische Begabung, bekam auch Klavierunterricht, wurde dann aber auf Wunsch seines Vaters zunächst Beamter im österreichischen Staatsdienst. Dies hinderte ihn jedoch nicht, weiter Unterricht in Kompositionslehre zu nehmen. Im Jahr 1930 quittierte er dann seine Ministeriallaufbahn, wurde freischaffender Komponist und Bar-Pianist, er spielte in der Simplicissimus-Bar und einer Bar am Semmering, wo er Nachfolger von Walter Jurmann wurde. Seinen besonderen rhythmischen Stil erwarb er sich 1935 während seiner Studien an der damals einzigen Jazz-Schule Europas in London. Danach arbeitete er in einem Varieté in Amsterdam als Pianist und Dirigent und begann zu komponieren. Igelhoff wechselte von Amsterdam nach Berlin, wo er in der berühmten Uhu-Bar bald mit seinem lässig-witzigen Gesangsstil von sich reden machte. Er erhielt Schallplatten- und Filmangebote, und der Rundfunk holte ihn. Bad war er an der Berliner Scala und am Kabarett Dauergast. Rund 1000 Kompositionen schrieb Igelhoff, nachdem er sich einmal durchgesetzt hatte. Die Spanne seines Könnens reichte von Musicals wie „Ein Mann ohne Herz“ oder „Ein toller Fall“ bis zu Chansons für Greta Keller, Zarah Leander und Marita Gründgens.

Nach dem Krieg war Igelhoff als Komponist, Pianist und Chansonsänger in Wien, Berlin und zuletzt in München tätig. Er schrieb noch viele Schlager und die Musik zu rund 100 Fernsehfilmen und TV-Shows. 1969 wurde er für seine Verdienste um die Unterhaltungsmusik in Österreich zum Professor ernannt.

Bis kurz vor seinem Tod am 8. April 1978 in Bad Reichenhall arbeitete Igelhoff an seinem letzten Werk, der Musikkomödie „Geld regiert die Welt“, die im gleichen Jahr uraufgeführt wurde.