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Erstveröffentlichung: Konzert für Klavier, Streichorchester und Pauken von Galina Ustwolskaja

Der Autor Gerhard Dietel widmet sich in der Fachzeitschrift DAS ORCHESTER (10/2004; S. 82) einer Neuerscheinung der Sikorski Musikverlage (Ed. 8522). Im Erstdruck ist soeben die Partitur in frühen Jahren der Komponistin entstandenen Konzertes für Klavier, Streichorchester und Pauken von Galina Ustwolskaja erschienen. Dietel urteilt:

„(...) Der archaische, magisch-rituelle Charakter ihrer Musik brachte der Komponistin bald den Ruf einer religiösen Ekstatikerin ein. Auch Werke, die rein instrumental konzipiert sind, tragen bei ihr oft geistliche Titel: So sind etwa die Kompositionen Nr. I-III mit ‚Dona nobis pacem’, ‚Dies irae’ und ‚Benedictus qui venit’ überschrieben. ‚Meine Werke sind zwar nicht religiös im literarischen Sinn, aber von religiösem Geist erfüllt ...’, so hat sich die Komponistin einmal geäußert. Noch wenig von dem, was das verbreitete Bild von Ustwolskajas Schaffen betrifft, findet man in dem hier erstmals als Partiturdruck veröffentlichten Konzert für Klavier, Streichorchester und Pauken, das in die Anfänge von Ustwolskajas Oeuvre zurückverweist und seinerzeit, im Jahr 1946, als erste gültige Komposition ins Werkverzeichnis der damals 27jährigen aufgenommen wurde. Die einsätzige Komposition, die Klavier und fünfstimmigen Streicherapparat weniger konfrontiert als miteinander vernetzt, zeigt im Vergleich zu späteren Arbeiten Ustwolskajas ein sehr klares und übersichtliches Partiturbild. Die Musik ist noch durch Taktstriche gegliedert, wobei die Metren bis auf kleinere Abweichungen nur abschnittweise zwischen 4/4, 6/8 und 3/4 wechseln, und der Ton C bildet das tonale Zentrum: das alte Bezugssystem von Dur und Moll bleibt jedoch im Hintergrund erkennbar. (...) Das markante rhythmische Eingangsmotiv wird im Verlauf der Komposition mehrfach wieder aufgegriffen und beherrscht auch den zum vierfachen forte gesteigerten, geradezu brachialen Schluss des Werks. Dazwischen wechseln aggressive und lyrische Episoden, getragen von der ständigen Verwandlung und polyfonen Kombination zweier grundlegender Themen, bis am Endpunkt der Entwicklung auch noch lombardischer Anfangsrhythmus und thematische Substanz ineinander integriert werden. Insofern weist dieses Frühwerk doch schon auf die späteren Arbeiten Galina Ustwolskajas voraus: auf die strukturelle Dichte, die Ustwolskajas Schüler Boris Tischtschenko einmal zum Vergleich ihrer Musik mit einem konzentrierten Laserstrahl herausforderte, der in der Lage sei, Metall zu durchdringen.“