Komponistensuche

Suche nach Nachnamen

Detailsuche

Repertoiresuche

Katalogsuche

„Jeder Spieler wird zu einer Saite“: Johannes Harneits Orchesterwerk „Schwingen“

„In diesem Orchesterstück (...) ist jeder Orchestermusiker Solist“, schreibt die Autorin Eva-Maria Houben in ihrer Rezension der Sikorski-Neuerscheinung (Ed. 8519) von Johannes Harneits „Schwingen“ für Orchester (DAS ORCHESTER 10/04 S. 83). Harneit greift in seinem neuen Werk auf eine klassische Orchesterbesetzung zurück und verlangt neben den zweifach besetzten Holzbläsern plus Piccolo, Englischhorn und Es-Klarinette, Hörnern, Posaunen und Pauken einen relativ umfangreichen Geigen-Apparat (14 Violini), vier Bratschen, Violoncelli und zwei Kontrabässe.

„Vor allem die Vielzahl der Streicher ist auffällig“, schreibt die Rezensentin weiter, „sie fächern sich weit auseinander. Die Streichergruppe wird fast zu einem eigenen großen Saiteninstrument, jeder Spieler zu einer Saite. Schwingen: Klänge und Zusammenklänge schwingen ein und aus, aus und ein. Grenzen zwischen einem Formteil und einem sich weit ausdehnenden Zusammenklang verschwimmen. Oftmals beansprucht die Notation eines bewegten Klangs mehrere Partiturseiten. Klangräume geraten in Bewegung, ins Schwingen: Bewegungen des Atmens und Pulsierens, Gesten des Sich-Zusammenziehens und des Sich-Ausdehnens werden durch dynamische Bewegungen und durch Tempomodifikationen unterstützt. Klang baut sich auf, staut sich, wird dann wieder freigelassen, stockt erneut. Und solche Bewegungen des Auf- und Abbaus, die durch unterschiedliche Arten der Instrumentation und durch Temposchwankungen zustande kommen, verlaufen durchaus nicht immer geradlinig. (...)"