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Alfred Schnittkes „Hymnus I“ am 20. Oktober 2004 auf NDR Kultur

Am 28. September 2004 war auf Einladung des NDR und des Bucerius Kunst Forums eines der bedeutendsten deutschen Ensembles für Neue Musik in Hamburg zu Gast. Das Konzert des Ensembles Modern aus Frankfurt am Main war Teil der zum ersten Mal veranstalteten „Oktogonale“ in Hamburg, die unter dem Motto „Italien in Hamburg“ stand. Ausschnitte daraus werden am 20. Oktober 2004 von 21.00 bis 22.00 Uhr auf NDR Kultur zu hören sein.

Neben Werken der italienischen Komponisten Luciano Berio, Stefano Gervasoni und Luca Francesconi erklangen in dem mehr als dreistündigen Konzert ganz heterogene Werke der zeitgenössischen Musik von Sofia Gubaidulina, Györgyi Ligeti, Alfred Schnittke und Manfred Stahnke. Auf den ersten Blick stellt man sich die Frage, wie die letztgenannten Namen mit den beiden Säulen des Programms in Verbindung zu bringen seien? Ligeti ist österreichisch-ungarischer Abstammung, Gubaidulina und Schnittke kommen aus Russland. Was die vier nichtitalienischen Komponisten aber miteinander verbindet, ist ihre gemeinsame Wahlheimat Hamburg. 1973 wurde Ligeti als Professor für Komposition an die Musikhochschule Hamburg berufen. Gubaidulina dagegen war fast zur gleichen Zeit wie Alfred Schnittke Anfang der 90er Jahre nach Deutschland emigriert und lebt seitdem in einem kleinen Ort in der Nähe von Pinneberg, wo sie die Ruhe und Abgeschiedenheit für ihre kreative Arbeit genießt.

Kurz nach seiner Übersiedlung nach Berlin im Jahr 1989 wurde Schnittke als Leiter der Kompositionsklasse an die Hamburger Musikhochschule berufen. Die Akademie der Künste in Hamburg ernannte ihn zu ihrem Ehrenmitglied, Schnittke zog mit seiner Familie nach Hamburg und erhielt 1990 die deutsche Staatsbürgerschaft.

Von Schnittke erklingt in der Sendung „Neue Musik“ auf NDR Kultur der Hymnus I, ein Werk, hinter dem man mit Blick auf den Titel vielleicht eine Vokalkomposition vermuten könnte. Wirklich aber handelt es sich um den ersten Teil eines für Schnittkes Kammermusikschaffen zentralen Zyklus’ für reine Instrumentalbesetzung. Dieser besteht aus vier Werken, die im Zeitraum 1974 bis 1977 entstanden sind und in dem das Violoncello quasi als „Leitinstrument“ eine bestimmende Funktion einnimmt. Den ersten Hymnus hat Schnittke als Variationsreihe über einen Tetrachord gestaltet.

Gespielt wird das Werk von Mitgliedern des Ensembles Modern: Michael M. Kasper (Violoncello), Ellen Wegner (Harfe) und Rumi Ogawa (Pauken).