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Unser neuer Autor: der Kinderliedermacher Linard Bardill aus der Schweiz

Die Sikorski Musikverlage haben mit dem Schweizer Komponisten, Gitarristen und Liedermacher Linard Bardill einen Verlagsvertrag abgeschlossen. Im Mittelpunkt steht dabei die Komposition Auf ins blaue Wunderland, mit der Bardill bei Kindern und Erwachsenen nicht nur in seiner Heimat wahre Triumphe feiert. Mit einem Kaugummi fliegt Linard Bardill ins blaue Wunderland, kriecht unter die Kellertreppe, um rosarote Quatschtomaten zu erfinden und singt mit den Kindern das Lied, wie man die Zeit anhalten kann.

Das Bhnensingspiel fr Kinder ab 5 Jahren existiert sowohl in der Version fr Erzhler/Snger und Gitarre als auch fr Erzhler/Snger mit Gitarre und Kammerorchester. Das Libretto stammt von Linard Bardill selbst in Kooperation mit Lorenz Pauli. Die Bearbeitung fr Kammerorchester ist dem Dirigenten und Komponisten Fortunat Frlich zu verdanken, der regelmig mit Bardill zusammenarbeitet. Die Deutsche Erstauffhrung von Auf ins blaue Wunderland fand letztes Jahr in Hamburg statt.

Erst am 23. Mai fand in Basel die Urauffhrung eines neuen Stcks von Linard Bardill statt: "Sterben fr Anfnger. Ein musikalisches Kinderspiel" (ab 5 Jahren) fr Erzhler/Snger und Sinfonieorchester besetzt ist. Am 6. Juni gab es eine Folgeauffhrung in Zrich und am 20. Juni wird das Stck in Bern zu sehen sein.

Helmut Peters sprach mit Linard Bardill ber seien Arbeit:

Macht man in der Schweiz eine andere Art von Kindermusik als in Deutschland?

In der Schweiz, so scheint mir, ist der Verlust von Kindheit noch nicht ganz so weit fortgeschritten wie in Deutschland. Die Verkopfung fngt etwas spter an. Kinderlieder werden auch noch von 6-7jhrigen und lter geliebt. Der Angriff der Popkultur amerikanischer Couleur ist etwas weniger aggressiv, weil viele Eltern noch ein bestimmtes Bewusstsein haben. Dadurch kann man in der Schweiz auch Kinderlieder machen, die nicht nur auf 4jhrige zielen. Das erweitert die Themen, die musikalische Spannweite und es macht Spa.

Wie sind Sie zur Kindermusik gekommen?

Durch die eigenen Kinder Ich lebe in einer Patchworkfamilie, und wenn die Kinder mal da sind, dann wollen sie in der kurzen Zeit sehr viel nachholen. Das heit jeden Abend eine neue Geschichte, ein anderes Lied. Da wird man produktiv!

Singen Kinder aktiv bei Ihnen mit, oder sind Sie eher ein Liedermacher, der es vorzieht, Erwachsene fr Kinder singen zu lassen?

Selber singen ist immer schn und mein Ziel ist es, dass in jedem Konzert die Kinder auch mittun knnen. Ich verstehe mich aber nicht als singenden

Pdagogen. Die Kinder sollen durchaus auch mal etwas Anspruchsvolles vorgesetzt bekommen, wo sie weder stampfen noch klatschen noch hpfen knnen. Beides muss sein. Action und aufmerksames Zuhren. Unser Ziel ist es, einen Schatz zu heben, im Orchester und im Publikum.

Kann man Ihr Schwyzer Dytsch ohne weiteres verstehen, oder braucht man einen bersetzer?

Nein, auer in Sddeutschland versteht das keiner hier. Es ist wie Plattdeutsch oder Hollndisch fr Norddeutsche Ohren. Darum singe ich hchstens mal ein Beispiel auf Schweizer Dialekt. Der Hauptteil ist schriftdeutsch. Auch die Geschichte zwischen den Liedern.

Gibt es hochdeutsche Fassungen von Ihren Liedern?

Ja, alles vorhanden fr Gitarre und Stimme aber auch fr Orchester kleiner und grerer Art.

Sie sind ja eigentlich Theologe. Beeinflusst Sie Ihr ursprnglicher Beruf bei der Kinderliederarbeit?

Wenn die Religion der Versuch ist, die Liebe zur Schpfung zu frdern, dann sind meine Lieder von etwas hnlichem geprgt. Ich liebe die Musik, die Sprache, die Kinder, die Mammis und Pappis. Ganz besonders mag ich die Bhne als Ort, wo ich diese Liebe ausdrcken kann.

Zwei Musicals haben Sie geschrieben, die inhaltlich viel miteinander zu tun haben? Was erzhlt die Geschichte Auf ins blaue Wunderland?

Das blaue Wunderland ist ein Ort, wo ich als Kind immer hin wollte. Zum Glck kannte ich eine Frau, die dick war wie ein Weinfsschen, und die wusste, wie man ins blaue Wunderland kommt. Nur ich konnte sie sehen und ihr Name war Frau Petrell. Auf ins blaue Wunderland erzhlt anhand von Liedern, wie ich es geschafft habe mit der Hilfe von Frau Petrell ins blaue Wunderland zu kommen.

Und wie setzt sie sich im zweiten Musical fort?

Im blauen Wunderland ist es langweilig, denn Brummbr Beltrametti macht seine Winterruhe und Zwerg Gimli schreibt an der blauen Wunderlandchronik, es ist zum Sterben langweilig. Sterben kann gar nicht so langweilig sein, wie das, was ich da gerade durchmache!, sagt sich Doppelhase, besser, ich sterbe ein wenig, dann habe ich wenigstens etwas zu tun. Er legt sich mit dem Bauch ber den Ast einer grossen Tanne und stirbt, wie Hasen eben so sterben. Bald kommt ein Huhn und findet Sterben irgendwie cool, fragt ob es auch mal darf, und schlielich erscheint auch noch der Brummbr ...

Die Figuren, die hier mitspielen und die Sie besingen, und in der Schweiz sehr populr. Treten Sie auch in anderen Bchern, in den Medien oder anderswo auf?

Ja, es gibt drei Bilderbcher mit diesen Figuren im Neugebauerverlag. Das gelbe Ding, Die Baumhtte Falkenburg, und Beltrametti kann nicht schlafen. Zudem ist bei Jumbo neue Medien in Hamburg eine CD mit dem Titel: Das gelbe Ding erschienen. Hanns Dieter Hsch liest da 8 Geschichten aus dem blauen Wunderland.

Gibt es irgendwie Ihnen besonders wichtige Botschaft, die in all Ihren Arbeiten eine Rolle spielt?

Die Botschaft ist immer die Musik selbst. Klar, mir ist es ein Anliegen, das Kinder mglichst lange in der Welt der Fantasie und des Wunderbaren verweilen knnen. Weil ich selbst oft dort bin, lasse ich sie auch gerne daran teilnehmen. Oder es gibt Themen, die ich behandle, weil sie mir wichtig sind. Die Situation der Kinder heute, ohne Papa zu sein, oder mit zweien , oder einen Papa zu haben, der immer verspricht, dass er kommt und dann doch nicht da ist. Oder ich rede ber Dinge, die man nicht so mag, das Sterben zum Beispiel. Kinder mchten sehr gerne, dass die Grossen diese Thema nicht verdrngen, sondern offen darber reden.

Welche deutschen Kinderliedermacher schtzen Sie besonders?

Meinen Freund Federik Vahle. Er ist meiner Meinung nach ein wirklich groer Kinderliedermacher, weil er aus ganz wenig unglaublich viel zu machen versteht. Dann mag ich die Sternschnuppen aus Mnchen. Die haben Pfiff und eine Wrme, wie man es selten erleben kann. Ich mag die Klassiker von Rolf Zuckowski, Vogelhochzeitund Hasengeschichte. Aber auch Schumann, der Groartiges fr die Kinder komponiert hat, und Morgenstern als Texter.

Welche Kriterien muss Ihrer Ansicht nach ein gutes Kindermusical erfllen?

Die beiden Orchesterwerke, die ich mit Fortunat Frlich gemacht haben eine Form, die es noch gar nicht so gibt. Man knnte es Kindersingspiele nennen. Liederreigen mit einer Geschichte und Musik, die etwas erzhlt, das der Text nicht erzhlen kann. Dabei ist uns wichtig, dass Text und Musik sich ergnzen, wie Tre und Rahmen. Es gibt kein Loch ohne Rand. So gibt es bei uns keine Musik ohne Text, und umgekehrt. Und sollte es mal vorkommen, dass ein Orchesterstck fr sich alleine steht, dann erzhlt die Musik etwas, was den Text bersteigt, in die Imagination hinein wirkt. Wie bei Sterben fr Anfnger.

Was planen Sie fr die Zukunft?

Die Zusammenarbeit mit Frlich geht weiter. Wir arbeiten im Moment an einer Geschichte die den Arbeitstitel "Ich mchte in einem Baum wohnen" trgt. Darin geht es um die Geschichte eines Jungen, dessen Vater bei seiner Geburt weggegangen ist. Heiko und macht sich mit seiner Giraffe auf die Suche nach seinem Vater. Dabei erfhrt er nach und nach, was der Baum vor seinem Haus fr ein Geheimnis trgt.