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Alfred Schnittkes Oper „Gesualdo“ wird in Wien wiederaufgenommen

Alfred Schnittkes Oper in sieben Bildern, einem Prolog und einem Epilog „Gesualdo“ nach einem Libretto von Richard Bletschacher wird an der Wiener Staatsoper wiederaufgenommen. Premiere ist am zwei Tage von Heiligabend am 22. Dezember 2004.

Mit seiner zweiten Oper hat Schnittke ein Bühnenwerk geschaffen, das tiefer geht als vieles, was in letzter Zeit seine Uraufführung erlebt hat. Eine geradezu unerträgliche Traurigkeit liegt über diesem Werk. Kein Aufbäumen gegen den Tod, eher eine Mischung aus Schicksalsergebenheit und Nachvollzug nicht auszuhaltender Schmerzen, die auch dem Hörer noch Wunden ins Fleisch schneiden.

„Gesualdo“ ist die Geschichte des komponierenden Renaissance-Fürsten, der seine lebensfrohe Frau, ihren Liebhaber und schließlich – in einem Anfall von Wahnsinn – auch noch sein eigenes Kind tötet. Schnittkes Oper verdichtet die Handlung zu einer Todes-Liturgie, die wie eine Passionsgeschichte mit unerbittlicher Konsequenz einer inneren, unentrinnbaren Logik folgt. Darin liegt auch die Stärke des Librettos, das der Vielfalt der Szenen eine starke übergreifende Einheit verleiht.

Schnittke schrieb eine Musik, die sich in ihrer Mischung aus Klarheit und greller Expressivität dem Stoff eher mit den Mitteln der absoluten denn der Opernmusik annähert. Das Libretto verlangt den rasenden Wechsel der Szenen und entspricht dadurch dem „symphonischen“ Zug der Musik, der Schnittke von Anfang an vorgeschwebt haben muss.

Weitere Aufführungen an der Wiener Staatsoper: 26. und 29. Dezember 2004