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Programmmmusik ohne Programm: Benjamin Yusupovs „Crossroads Nr. 2”

Die Neuausgabe von Benjamin Yusupovs Klavierwerk „Crossroads Nr. 2“ (Ed. 8527) wurde von Manuel Rösler in der Fachzeitschrift „Piano News“ (02/05) besprochen:

„Programmmusik ohne Programm – so lässt sich diese Musik wohl am besten beschreiben. Mit einem rauschenden Akkord öffnet sich der Vorhang für ein musikalisches Theaterstück, das in sonnendurchfluteten Farben ein Drama auf die Bühne stellt, dessen Protagonisten uns verborgen bleiben. (...)

Formal betrachtet besteht Crossroads Nr. 2 aus zwei thematischen Grundideen: einer in freiem Rhythmus zu spielenden Schicht von Arabesken, die sich um wenige Kerntöne schmiegen und tatsächlich an Musik von Duduk und Saz erinnern – und einem beständig wiederkehrenden ‚Choral’, der, in hoher Lage und sehr leise gespielt, den improvisiert wirkenden Klangkaskaden gegenübergestellt wird. Ein balladenhaft wirkender Mittelteil, der mit seinen Arpeggios wie eine Erinnerung an die großen Klavierballaden der Romantik wirkt, leitet über in den dynamischen Höhepunkt der Komposition., einem mit seinen Akkordballungen ‚orgelhaft’ ekstatischen Choral.

Was nun folgt, verdient fast schon das Attribut ‚Stummfilmästhetik’: Ein unablässig wiederholtes chromatisches Motiv in der rechten Hand, das sich gegen die Fortissimo und in sehr tiefer Lage gespielten Einwürfe der Linken durchsetzen muss, durchbrochen von grellen Läufen der rechten Hand im äußersten Grenzbereich der Klaviatur: eine Gewittermusik, die mit ihren Anleihen an barocke Symbolik wie ein Zitat wirkt.

Wie es begonnen hat, so endet es auch: Dem vollgriffig gesetzten ‚Choral’ folgt wieder die schillernde Musik der orientalischen Vagabunden. Nach einer Reihe von Trillern und Arabesken im Grenzbereich von Tonhöhe und Dynamik endet ‚Crossroads Nr. 2’ mit einer langen Pause – und einem großen Fragezeichen (...)“