Ali-Sade, Frangis

*28.05.1947

Frangis Ali-Sade stammt aus Baku/Aserbaidschan. 1973 bis 1976 war sie Aspirantin bei Kara Karajew, danach unterrichtete sie am Konservatorium bis 1990 Musikgeschichte. Bis 1993 war sie Professorin für Zeitgenössische Musik und Geschichte der Orchesterstile. Seit 1999 nun lebt Ali-Sade vorwiegend in Deutschland. Im November 2000 erhielt sie den Ehrentitel „Volkskünstlerin der Republik Aserbaidschan“. Als Pianistin setzt sich Ali-Sade nachdrücklich für die Werke zeitgenössischer Komponisten der ehemaligen Sowjetunion und Werke der Zweiten Wiener Schule ein.

Frangis Ali-Sades Kompositionsstil bewegt sich zwischen der traditionellen Musik ihrer Heimat Aserbaidschan und der (teilweise auch experimentellen) Gegenwartsmusik. Zwei Kräfte wirkten in ihr, sagte sie einmal, und aus dem Widerspruch ergebe sich das Neue. Ihr Stil wird beherrscht von einer eigenwilligen Synthese dieser beiden Welten, ein Klangereignis, das von kompositorischer Durchgestaltung noch unberührt scheint. Ali-Sade schafft eine Musik, in der östlich modales Denken mit westlich Konstruktivistischem verschmilzt.