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Yusupov Violakonzert wird mit dem Star-Bratscher Maxim Vengerov in Hannover uraufgeführt

Am 12. Mai 2005 werden Maxim Vengerov (Viola) und die Radiophilharmonie des NDR unter Leitung von Eiji Oue das Violakonzert des russisch-israelischen Komponisten Benjamin Yusupov in Hannover zur Uraufführung bringen. Eine Folgeaufführung schließt sich am 13. Mai an. Der Komponist schreibt über sein 2003 entstandenes Werk:

„Bei meinem Violakonzert handelt es sich um ein Auftragswerk des Geigers Maxim Vengerov, eines vielseitigen und begnadeten Künstlers, von dessen Charakter und Format ich mich bei meiner Komposition habe leiten lassen. Einerseits wollte ich in diesem Werk seine musikalische Persönlichkeit zur Geltung bringen, andererseits aber auch von seinen enormen spielerischen Möglichkeiten profitieren.

Wir leben heute in einer Welt, in der die unterschiedlichsten Kulturen durch verschiedenartige Medien und Kommunikationsmittel verbreitet werden. So kann man entweder in einer individuell bevorzugten musikalischen Kultur verharren, oder aber man versucht, alle Arten von Musik, die einen umgeben, miteinander in Einklang zu bringen. Eine solche Synthese findet mein größtes Interesse. Ich glaube, Komposition im 21. Jahrhundert sollte integrativ und "allwissend" die gesamte Bandbreite der Musik zu einer gemeinsamen Sprache verschmelzen. Zusammen mit den beinahe unbegrenzten klanglichen Möglichkeiten eines sinfonischen Orchesters war dies für mich die wesentliche Motivation, ein Konzert im 21. Jahrhundert zu schreiben.

Nach einer kurzen Einleitung beginnt der erste Satz mit Tango-Elementen und geht danach in expressiv-spätromantische Musik über. Der zweite Satz überrascht mit einer Verknüpfung von orientalischen Motiven und klassisch-barocken Musikformen. Der dritte Satz ist im Metal-Rock-Stil komponiert mit seinen charakteristischen Elementen elektrische Gitarre, schweres Schlagzeug und eine von Multi-Effekten begleitete und verstärkte Improvisation des Solisten. Der vierte Satz führt in die Postmoderne ein, die von nostalgischen Momenten sowie von extremer, obsessiver Expressivität und Sanftheit begleitet wird. Diese vier Sätze folgen attacca aufeinander, wodurch sich Kontinuität und Zusammenhang ergeben, was die nötige Spannung erhöht. Danach endet zwar das Konzert, nicht aber die gesamte Komposition.

Ich möchte den Satz "Wo Worte enden, beginnt die Musik..." gern wie folgt variieren: "Wo die Musik endet, beginnen Tanz und Bewegung...". So hatte ich das Gefühl, dass am Ende unbedingt noch eine Fusion aller bisher gehörten Stile als Überraschung erklingen sollte. Das Orchester stellt zunächst ein melancholisches Postludium vor, das mit einer Solomelodie im Bandoneon beginnt, die durch verschiedene Instrumente weiter geführt wird auf der Suche nach einer Lösung für das zuvor im Konzert erfolgte dramatische Geschehen, welches uns in eine depressive Grundstimmung versetzt hat. Nachdem das Postludium geendet hat, beginnt der Solist gemeinsam mit einer nun auftretenden Tanzpartnerin in Go Tango einen Tango zu tanzen, dessen Kraft der Gefühle und der Liebe die lange musikalische Wanderung beendet....

Der Solopart in diesem Konzert ist ungewöhnlich und unterscheidet sich von allen anderen Werken des Viola-Repertoires: sehr schnelle Passagen, äußerst hohe Tonlagen und ein sehr sonores Spiel, wie es für die Viola normalerweise nicht typisch ist, prägen das Spiel des Solisten.

Abschließend möchte ich noch anmerken, dass es mich stolz und glücklich macht, einen so hochkarätigen Künstler gefunden zu haben, der all meine innovativen Ideen interpretieren und umsetzen kann.“ (Benjamin Yusupov)