Komponistensuche

Suche nach Nachnamen

Detailsuche

Repertoiresuche

Katalogsuche

Schostakowitschs 4. Sinfonie im Hamburger Abschiedskonzert von Ingo Metzmacher

In Ingo Metzmachers letztem philharmonischen Konzert als Hamburger Generalmusikdirektor am 26. und 27. Juni 2005 werden die Werke zweier Komponisten gegenbergestellt, deren Beziehung mehr als eng ist: Gustav Mahler und Dmitri Schostakowitsch. Mit den Kindertotenliedern, Mahlers leisestem und zartestem Lieder-Zyklus, und der grellen, ungemein dramatischen Vierten von Schostakowitsch hat sich Metzmacher zudem zwei Favoriten aus den Werkkatalogen beider ausgewhlt.

Zur Genese der faszinierenden 4. Sinfonie von Dmitri Schostakowitsch sei folgendes berichtet: Unter dem Titel Chaos statt Musik war in der Prawda 1936 ein Pamphlet erschienen, das Stalin vermutlich selbst in Auftrag gegeben hatte, und dessen erklrtes Ziel es sein sollte, Schostakowitsch rigoros zu verurteilen. Die daraus resultierende Krise hat in der schpferischen Persnlichkeit des Komponisten tiefe Wunden hinterlassen. Die Auseinandersetzung mit dem repressiven System und den Kampf um die Freiheit der Kunst fhrte Schostakowitsch auf dem Feld der Musik aus. Die Komposition der 4. Sinfonie fllt just in diese bewegte Zeit. Schostakowitsch schloss die Arbeiten an der Partitur am 26. April 1936 in Leningrad ab. Die Proben fr die Urauffhrung unter Fritz Stiedry wurden im Herbst 1936 auf Empfehlung des Direktors der Leningrader Philharmonie unterbrochen. Die erste Auffhrung der fast 60mintigen Sinfonie konnte erst 1961 unter der Leitung von Kirill Kondrashin in Moskau stattfinden. Die Sinfonie ist eine Synthese von Schostakowitschs musikalischer Entwicklung bis zu diesem Zeitpunkt in einer nie da gewesene Bandbreite der Charaktere von Groteske bis hin zur Tragdie. Die massive Struktur des Werkes geht auch auf Eindrcke von Schostakowitschs kurz zuvor betriebenen Mahler-Studien zurck.