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„Furchtlos Neues erkunden“ – Lera Auerbach im Gespräch

Anlässlich der Paul-Hindemith-Preisverleihung an Lera Auerbach am 11. August 2005 im Rahmen des Schleswig-Holstein Musik Festivals im Schloss Reinbek, hat Markus Stäbler vom Hamburger Abendblatt mit der Komponistin gesprochen. Hier einige Auszüge des Artikels, der in der Abendblatt-Ausgabe vom 10. August zum Abdruck kam.

„Sie ist gefragte Pianistin und eine der weltweit begehrtesten Komponistinnen. Damit nicht genug: Auerbach hat außerdem zwei Romane und fünf Bände mit Prosawerken und Gedichten veröffentlicht, die auf Lehrplänen in Schulen und Universitäten stehen und ihr 1996 die Auszeichnung ‚Dichterin des Jahres’ durch die Puschkin-Gesellschaft einbrachten. Am 11. August wird sie - als Komponistin - beim Schleswig-Holstein Musik Festival im Reinbeker Schloss mit dem Hindemith-Preis geehrt.

„Diese Zweigleisigkeit kommt aus meiner Familie“, erklärt sie in flüssigem Englisch einer Wahl-Amerikanerin. „Der väterliche Teil hatte immer mit Literatur zu tun, der mütterliche war musikalisch.“ Deswegen ist ihre Mutter zur wichtigsten Einflussperson geworden, „ob ich nun mit ihr einer Meinung war oder nicht“.

(...) Was die Komponistin Auerbach ausmacht, mag die Dichterin Auerbach allerdings nicht so gern in Worte fassen, denn: ‚Journalisten - das ist jetzt nicht persönlich gemeint - neigen dazu, Etiketten zu verteilen, dann wird man leicht in eine Schublade gesteckt. Über mich heißt es oft, ich würde polystilistisch schreiben; das finde ich nicht falsch, weil es für mich vor allem bedeutet, frei zu sein von allen Schulen und furchtlos wie ein Kind Neues zu erkunden; die Sprachen zu benutzen, die es bereits gibt, aber um damit etwas über unsere Zeit zu sagen.’

Zum Beispiel über welterschütternde Katastrophen, wie in ihren ‚Dreams and Whispers of Poseidon’, die im Gedenken an die Tsunami-Opfer des 26. Dezember 2004 entstanden sind. Ein aufsehenerregendes Werk. Ebenso wie das Ballett ‚The Little Mermaid’ nach dem Andersen-Märchen, das Neumeier im April unter großem Jubel in Kopenhagen uraufführte.“