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„Mitten ins Tor“: Moritz Eggert und sein Fußball-Oratorium in Bochum

Fußball war bislang nicht unbedingt ein Schwerpunkt der internationalen Musikszene, sieht man einmal von folkloristischen Singkunst-Versuchen einzelner Kicker und der erfolgreichen Fußball-Oper „Playing Away“ des britischen Komponisten Benedict Mason ab. Nun gibt es ein sogenanntes Fußball-Oratorium des 1965 in Heidelberg geborenen Komponisten Moritz Eggert und des Textdichters Michael Klaus, das am 11. September 2005 im Rahmen der RuhrTriennale in Bochum (Jahrhunderthalle) uraufgeführt wird.

Betitelt ist das Werk „Die Tiefe des Raumes“ – ein Fußballoratorium für Solisten, Orchester und Chor. Die Ausführenden sind Ursula Hesse von den Steinen, Thomas E. Bauer, der Chor der Ruhrtriennale und die Bochumer Symphoniker unter Leitung von Steven Sloane.

Warum er für das Thema Fußball ausgerechnet eine Gattung aus der Sakralmusik gewählt hat, erklärt Moritz Eggert so:

„Oratorien sind ja nicht notwendigerweise ‚sakral’, obwohl wir uns natürlich einen besonderen Spaß daraus gemacht haben, uns ästhetisch der klassischen Form der ‚Passion’ zu nähern, mit dem ‚Spieler’ als jesusartiger Figur, und dem ‚Sportreporter’ als eine Art Evangelist. Fußball ist für viele Menschen eine Ersatzreligion, insofern fällt die assoziative Nähe zum Sakralen nicht schwer. Wichtig ist für mich aber vor allem das ironische Potential einer solchen künstlichen Überhöhung.“

11.09.2005 in Bochum (Jahrhunderthalle)

Moritz Eggert „Die Tiefe des Raumes“

Ruhr Triennale