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Filmmusik von Alfred Schnittke am 5. November in Berlin: Zwei Uraufführungen

Die Filmmusik im Allgemeinen und ganz besonders die teilweise noch unentdeckten Schätze dieses Genres aus Russland haben es Frank Strobel angetan. Kein anderer Dirigent als der Leiter der Europäischen FilmPhilharmonie ist ein besserer Kenner und größerer Praktiker als er. “Ich bin davon überzeugt“, sagt er, „dass gerade in der russischen Filmmusik noch etliche Partituren wieder zum Leben erweckt werden müssen, auch weil es in Osteuropa niemals Berührungsängste der sogenannten E-Musik-Komponisten zum Film gegeben hat.“

Strobel hat es nicht bei Worten bewenden lassen, sondern viele Werke, darunter „Das Neue Babylon“ von Dmitri Schostakowitsch und zahlreiche Werke Alfred Schnittkes zur Wiederaufführung gebracht. Viele Filmmusiken des 1998 verstorbenen Schnittke hat Strobel in Suiten verwandelt und somit für Aufführungen auf der Konzertbühne bereit gestellt. Ein Ausschnitt aus diesem Repertoire ist auf seiner soeben erschienenen Capriccio-CD zu hören. Diese CD, berichtet er, bedeute den Auftakt zu einer Edition, die in Zusammenarbeit mit Deutschlandradio Kultur, dem CD-Label Capriccio und dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin (RSB) entstanden ist. „Schnittke hat in seinen Filmmusiken enorm viel ausprobiert und entwickelt. Man muss sich vorstellen, dass er für jeden Film (und er hat ca. 70 Filme vertont) einen Score mit einer durchschnittlichen Länge von 45 bis 60 Minuten geschaffen hat. Das ist eine enorme kompositorische Leistung, die ich ohne Zögern an die Seite seiner Concerti grossi, Sinfonien und weiteren Werke stellen möchte.“

Strobel hofft, dass diese wunderbaren Werke ebenso auf der Konzertbühne wie im Rahmen der immer öfter angebotenen Filmmusik-Konzertreihen der internationalen Orchester (die Hamburger Symphoniker oder der Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz Ludwigshafen seien hier als Beispiele genannt) gespielt werden. In Berlin kommt es mit dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin unter Frank Strobel am 5. November 2005 zu Uraufführungen der beiden Filmmusiksuiten „Die Kommissarin“ und „Die Geschichte von einem unbekannten Schauspieler“ von Schnittke (Bearbeitung: Frank Strobel). Eva Kupiec (Klavier) spielt außerdem das Konzert für Klavier und Orchester von Alfred Schnittke aus dem Jahr 1960 in deutscher Erstaufführung.