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Jan Müller-Wielands „Die Irre oder nächtlicher Fischfang“

Am 28. September 2005 wurde in Bonn Jan Müller-Wielands neue Oper "Die Irre oder nächtlicher Fischfang" nach einem Text von Micaela von Marcard uraufgeführt.

In 38 knappen, alptraumartigen Szenen entfaltet sich ein vielfach gebrochenes Musiktheater, das Gegenwartsprobleme anreißt und distanziert ironisiert. Angeregt wurden die Autoren durch eine aus drei Figuren bestehende Porträt-Aquarell-Serie des Künstlers Thomas Schütte, der im Jahr 1992 Müller-Wielands direkter Atelier-Nachbar in der Villa Massimo Rom gewesen war. Die Figurinen aus Schüttes Bildern „Alte Freunde“, „United Enemies“ und „Neue Geister“ aber haben nur den Impuls gegeben. Eigentlich gehe es, so hat Müller-Wieland in einem Gespräch mit dem Bonner Dramaturgen Martin W. Essinger gesagt, um „Mann, Frau, um ein Mädchen, vielleicht eine Tochter von Mann und Frau, und um eine Zunahme von Popanz-Figurinen wie in den Sammlungen Schüttes.“ Einen Plot der Geschichte habe er mit von Marcard gar nicht abgesprochen, weil „zuviel Gerede und Vorgaben kreative Leute stören.“ Herausgekommen ist deshalb ein provokatives, überraschendes und freies Musiktheater, in das Müller-Wieland tatsächlich kleine Leitmotivfloskeln zum Einsatz bringt, die er allusionär und schnipselhaft verstanden wissen möchte. Zwischen den Szenen sind instrumentale Aphorismen gesetzt. „Es gibt sogar ein Sechzehntelmotivchen auf die Silben Di, Del, Du und Del, welches quasi aus der Königin-der-Nacht-Arie der Zauberflöte zu kommen scheint. Ich drücke es so aus, weil ich beim Schreiben erst bemerkt habe, dass es richtig leitend wird und doch nie ein tatsächliches Mozart-Zitat ist.“

Jan Müller-Wieland: „Die Irre oder nächtlicher Fischfang“

28.09.2005 (20.00 Uhr) Oper Bonn / Beethoven-Fest Bonn (im Forum der Bundeskunsthalle) - Uraufführung