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Ergreifende Kammeroper „Wir sind Daheim“ von Moritz Eggert

Die Dresdner Neuesten Nachrichten kommentieren in ihrer Ausgabe vom 26./27. November 2005 die Uraufführung von Moritz Eggerts neuer Kammeroper „Wir sind Daheim“, die in der Kleinen Szene Dresden am 24. November 2005 stattgefunden hat.

„Die Jungen kommen!“

„(...) Dieses Stück des Komponisten Moritz Eggert (Jg. 1965) zu einem Libretto von Helmut Krausser führt eine klaustrophobische Situation vor, die ebenso konstruiert wie ergreifend ist, Da geraten drei Menschen, zwei Männer und eine Frau, auf der Flucht vor irgendetwas in die Fänge einer unheimlich dicken Frau, die vor allem eine unheimliche Frau ist. Und nun wird Anpassung beschrieben, denn alle Enge, jede Angst will vor allem überlebt sein. Wenn die Dicke, eine arg beschränkt wirkende Hausmeisterin, dem feingeisternden Trio mal ekelhafte Brosamen vorwirft und ihm gleich darauf absolutes Gefangensein demonstriert, ist eine Abhängigkeit beschrieben, die Kafka & Co. nicht bitterer hätte erfinden können. Hier ist sie Modell. (...)

Moritz Eggert hat dies alles in einem Mix aus Operngesang und Kammerorchester-Pop komponiert, der auch kantilene Musicalausflüge nicht fürchtet. Die Regie von David Hermann führt messerscharf durch die Handlung.

(...) In Zeiten, da an vermeintlich Großen Häusern statuarische Nicht- oder Kaum-Inszenierungen auf die Bühne gestellt werden, musikalisch wertvoller Begleitung gewiss, sollten derartige Experimente als Versuche des Aufbruchs verstanden und vom Publikum unbedingt wahrgenommen werden.“ (Aldo Lindhorst)