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Neue Helden? Müller-Wielands jüngstes Opernprojekt hat am 7. April 2006 in Köln Premiere

„Der Held ist körperlich in der Lage, jeden tot zu schlagen. Das Bedürfnis nach einer Idolanbetung ist hypertroph“, kommentiert Jan Müller-Wieland sein neues Musiktheater „Der Held der westlichen Welt“, das am 7. April 2006 als Auftragswerk der Oper Köln zur Uraufführung gelangen wird. Das Sujet der komischen Oper stammt aus J.M. Synges irischem Volksstück „The Playboy of the Western World“ in der deutschen Übersetzung von Peter Hacks und Heinrich Böll. Der Verlauf des Stückes, seine absurde Dramaturgie und der Wortlaut des Textbuches sind aber vom Komponisten noch einmal speziell arrangiert worden. Es geht um Männlichkeits- und Minderwertigkeitsprobleme, den Ödipus-Komplex und die für jeden unabwendbare Abkopplung vom Elternhaus.

„Nicht zuletzt könnte auch eine dem Messias ähnelnde Gestalt darin lesbar sein“, ergänzt Müller Wieland, „Jesus zum Beispiel als eine Figur, die ins Freie tritt, die Eltern links liegen lässt und sich lautstark der Welttotalen stellt. Vielleicht tut er das auch, weil er seinen Vater nicht kennt, nicht findet und Josef weder toppen noch ersetzen kann.“

Zu Beginn seiner Oper „Der Held der westlichen Welt“ tritt ein Bürschchen im Stile Cherubinos in einer von grölenden Männern besetzten Kneipe auf. Keiner weiß, wer er ist. Er zittert. Auf die Frage der Meute, wer er sei, antwortet er stammelnd, er habe seinen Vater ermordet. – Es folgt ein Ausbruch von Begeisterung!!! In Windeseile ist er von der Masse zum Helden der westlichen Welt stilisiert. Das Bürschchen (ein Sopran) wird dadurch überaus übermütig, projiziert sich in die ihm angewiesene Rolle mehr als hinein ... Doch dann taucht der Vater auf ... Köln als Stadt des Karnevals und des frohsinnigen Katholizismus, meint Müller Wieland augenzwinkernd, sei vielleicht gerade recht für die Uraufführung dieses „Psycho-Schwankes“. Die Regie übernimmt Karoline Gruber, das Bühnenbild macht Thilo Reuter und die musikalische Leitung obliegt dem Kölner Generalmusikdirektor Markus Stenz.