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Düsseldorfer „Chimera“ - die Düsseldorfer Symphoniker bringen Lera Auerbachs 1. Symphonie zur Uraufführung

Früher habe sie gern und ausführlich ihre Werke kommentiert, äußerte Lera Auerbach vor kurzem, nun will sie es nicht mehr tun. Das Resultat, ein abgeschlossenes Werk, sei erhaben über Worte, es sei – wie Auerbach formuliert – „much larger than its creator“ und stehe so für sich. Ihren jüngeren Werken gab Auerbach rätselhafte Untertitel, die vielerlei außermusikalische Deutungen zulassen. Auch die im Auftrag der Tonhalle Düsseldorf entstandene Symphonie Nr. 1 ist davon betroffen. Sie trägt den Titel „Chimera“ und verweist damit auf mögliche Inspirationen aus der griechischen Mythologie. Die einzelnen Sätze sind wie folgt betitelt: I. Aegri somni, II. Post tenebras lux, III. Gorgoyles, IV. Et in Arcadia ego, V. Siste, viator und VI. Humum mandere. Torsten Möller schreibt im Programmheft zur Uraufführung am 10. November 2006 durch der Düsseldorfer Symphoniker:

„Auerbach, die sich freimütig zur Kraft der Tradition bekennt, ja sich das Schreiben von Musik gar nicht ohne Vergangenheit vorstellen kann, ist in der Symphonie Nr. 1 ‚Chimera’ eher dem Idiom eines Igor Strawinsky oder eines Gustav Mahler verpflichtet: Kraftvolle Parallelführungen der Instrumente sorgen für den nötigen ‚Expressions-Druck’. Eingängige, teils harsch stampfende Rhythmen – beides findet sich gleich zu Beginn, aber vor allem im 3. Satz Gorgoyles, der mit Allegro molto, obsessivo überschrieben ist – erinnern an den Beginn von Mahlers Sechster Symphonie oder an Strawinskys Schlüsselwerk ‚Sacre du printemps’. Eine besondere Finesse ließ sich Auerbach mit der Integration des Theremin einfallen. Das mit beiden Händen gespielte elektroakustische Instrument – eine Hand steuert die Tonhöhe, die andere die Lautstärke – ist um 1920 von dem in Petersburg geborenen Léon Theremin entwickelt worden. An zwei Stellen ist der sirrend-singende Klang des Theremin zu hören: eine Kantilene und die für das Instrument typischen Glissandi sind in den dritten Satz Gorgoyles integriert, und auch am Ende erklingt das Theremin recht deutlich. Auerbach nutzt hier den extremen Tonumfang von neun Oktaven.“

Symphonie Nr. 1 „Chimera”

Auftragswerk der Tonhalle Düsseldorf

Uraufführung am 10. November 2006 in Düsseldorf

Düsseldorfer Symphoniker; Ltg.: John Fiore