Gigantischer Erfolg: Prokofjews Sinfonie Nr. 5 op. 100 mit den Philharmonikern Hamburg
Unter der Leitung des italienischen Gastdirigenten Nicola Luisotti brachten die Philharmoniker Hamburg am 17./18. Dezember 2006 Sergej Prokofjews Fünfte Sinfonie zu einer denkwürdigen Aufführung. Die Tageszeitung DIE WELT kommentiert dazu in ihrer Ausgabe vom 20. Dezember:
„Wenn eine Passage läuft, sei sie auch noch so kraftvoll, deutet Nicola Luisotti das Zarte bereits an, weil eben auch dies darin verborgen ist oder unmittelbar darauf folgt. Die viel gerühmte Körpersprache der Italiener scheint bei ihm gleich doppelt impulsiv ausgeprägt zu sein. Bei den Forte-Ausbrüchen geht er mit dem Taktstock um wie mit einem Degen und vollführt tänzerische Kunststücke, die seinen Willen unmissverständlich zum Ausdruck bringen.
Das wurde erst recht bei Prokofjews wundervoll aufregender Fünfter Sinfonie deutlich. Die ganz aus dem Stil seiner Ballettmusik zu ‚Romeo und Julia’ erwachsene Klangwelt, die Schärfe und Helligkeit dieser Musik, aber auch ihre bleierne Schwere gestaltet Luisotti wie eine riesige Klangskulptur. Prokofjews berückende Melodik ist so geschickt gebaut, dass die Phrasen wie Scharniere in einer komplexen Architektur fungieren. Und wenn die Streicher in höchsten Höhen zu ihrer Kantilene ausholen, die an die Balkonszene erinnert, dann breitet Luisotti die Arme aus, als wolle er das ganze Orchester an sein Herz drücken. Eine Sternstunde für die Philharmoniker, hoffentlich kommt dieser Dirigent bald wieder.“
