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Nijinsky-Preis für John Neumeier

In Monte Carlo wurde im Dezember 2006 einer der bedeutendsten Preise der Ballettwelt, der Prix Nijinsky, an den Hamburger Ballettchef John Neumeier vergeben.

Neumeier hat zahlreiche Werke der Sikorski Kataloge vertanzt und enge Kontakte zu den Komponisten des Hauses wie Lera Auerbach oder Alfred Schnittke unterhalten. Er gestand einmal, dass ihn die legendäre Zusammenarbeit von Michail Fokine und Igor Strawinsky geradezu eifersüchtig gemacht habe. Vor allem die von Strawinsky selbst übermittelte Anekdote, dass man bei der gemeinsamen Arbeit wild gestikulierend unter dem Klavier entlanggekrochen und dabei auf die besten Ideen gekommen sei, schwebte ihm vor Augen, als folgendes an den russischen Komponisten Alfred Schnittke schrieb: „Von einer solchen Zusammenarbeit habe ich immer geträumt. Später, als ich mit Dir, Alfred, an dem Ballett ‚Peer Gynt’ arbeitete, wurde dieser Traum für mich wahr – obwohl ich nicht unter dein Klavier kriechen musste!“

Neumeier hat immer wieder geäußert, wie stark ihn Schnittkes Musik zu choreographischen Bildern inspiriert habe. Schnittke seinerseits bezeichnete die die Choreographien Neumeiers als „etwas ganz Neuartiges, in seiner Vielschichtigkeit noch nie Dagewesenes“. Und er bat Neumeier, ihm die Partitur von „Peer Gynt“ widmen zu dürfen – „wenn sie irgendwie dem Sinn des von dir Gemachten entspricht“.

„Peer Gynt“ war das erste Ballett, das Neumeier in direkter Zusammenarbeit mit Schnittke entwarf.

An das künstlerisch so fruchtbare Verhältnis zu Schnittke fühlt sich John Neumeier bei seiner jüngsten Zusammenarbeit mit der russischen Komponistin Lera Auerbach erinnert, zu deren 24 Präludien für Violoncello und Klavier und 24 Präludien für Violine und Klavier er im Jahre 2003 ein szenisches Ballett verfasst hat. Beim Choreographieren habe er sich ganz auf die Musik eingelassen, sagt Neumeier. Mit seinen 17 Solorollen, die er in abstrakten tänzerischen Formationen auftreten ließ, nahm sein Ballett „Préludes CV“ eine Sonderstellung ein: „Ich glaube, es hat in der Geschichte kein Ballett mit so vielen Solopartien gegeben.“ Die zweite Zusammenarbeit mit Lera Auerbach war das gefeierte Auftragswerk des Königlichen Theaters Kopenhagen anlässlich des 200. Geburtstages von Hans Christian Andersen. Auerbach komponierte für Neumeier die abendfüllende Ballettmusik „Die kleine Meerjungfrau“, die am 15. April 2005 mit großem Erfolg uraufgeführt wurde.