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„Die Schnecke“ von Moritz Eggert und Hans Neuenfels in Luzern

Hans Neuenfels ist der Librettist des Stückes „Die Schnecke“ von Moritz Eggert, das am 27. Januar 2007 in überarbeiteter Fassung am Luzerner Theater zur Uraufführung gelangt.

Ein Sing- und Tanzspiel in zwei Akten ist es geworden, voller Witz, Ironie und Anspielungen auf die strapazierte, heute kaum mehr zeitgemäße Gattung. Der überraschenderweise gereimte Text spielt humorvoll mit Stereotypen und Klischees und reflektiert sich immer wieder selbst. Makaber sind indessen Verlauf und Botschaft des Stückes. „Zwei Brüder, der eine gut, aber erfolglos, der andere böse, aber beliebt, geraten in Streit“, umreißt das Luzerner Theater die Handlung. „Die jeweiligen Geliebten der beiden Männer wissen nicht so recht, was sie davon halten sollen. Die Eltern setzen ihre ganze Hoffnung auf den Falschen und bringen sich um ihr Vermögen. Als sie ihren Fehler erkennen, nehmen sie Rache an dem Sohn. Allein es nützt ihnen wenig, denn der andere rächt sich wiederum an seinen Eltern. Daher viele Tote ...“

Wer Moritz Eggert kennt, wird wissen, mit welch musikalischem Einfallsreichtum der junge Heidelberger diesen Stoff vertont hat. Seine Musik verschmilzt verschiedenste Stile zu einem ebenso rhythmisch wie melodisch profilierten Satz, der alle Nuancen des Stücks auf subtile Weise einfängt. Und Neuenfels, der nach seinem Libretto zu einer Oper von Adriana Hölszky hier sein zweites Opernlibretto verfasst hat, bedient sich hier und da prominenter Zitate von Goethe, Shakespeare oder Ibsen. „Um das Böse darzustellen – ich denke da auch an Charlie Chaplin im ‚Großen Diktator’ “, hat Librettist Neuenfels einmal gesagt, „hilft es, das Groteske zu zeigen. Das Böse ist in seiner Gemeinheit ja auch clownesk und wird dadurch immer wirksamer.“