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Jan Müller-Wielands neue Komposition „Im Krieg. Hochhauslied“ wird auf NDR Kultur ausgestrahlt

Jan Müller-Wielands neue Komposition „Im Krieg. Hochhauslied“, die am 12. Mai im Rolf-Liebermann-Studio des NDR uraufgeführt und mitgeschnitten wurde, kommt am 30. Mai im Rahmen der Sendung „Neue Musik“ auf NDR Kultur (21.35 bis 22.00 Uhr) in voller Länge zur Ausstrahlung. Der Komponist selbst sagt einige Worte zur Einführung. Hintergrund dieser Aufnahme war ein aufsehenerregendes Konzert der NDR-Reihe „das neue werk“ im Rolf-Liebermann-Studio Hamburg.

Gerade in Sachen Kultur ist das Verhältnis zwischen Hamburg und Berlin nicht immer frei von Konflikten gewesen. Als vor einigen Jahren der Weltkonzern Universal ans Spreeufer umgezogen war, sahen das viele als Indiz für die Schwächung der Kulturmetropole Hamburg. Aus heutiger Perspektive und vor allem im Angesicht des gigantischen Elbphilharmonie-Projekts haben sich solche Bedenken zerstreut. Mittlerweile sind viele Berliner Kulturinstitutionen selbst wegen fehlender Unterstützung unmittelbar in ihrer Existenz bedroht. Und das, obwohl sie sich in der Hauptstadt selbst befinden. Die Kulturlandschaft beider Großstädte ist dennoch grundverschieden und in vieler Hinsicht vielleicht auch nur schwer miteinander vergleichbar. Mit Hilfe der Dr. Ilse und Horst Rusch-Stiftung, die gleich eine ganze Reihe von Auftragskompositionen finanziert hat, sowie der NDR-Redaktion „das neue werk“ kam es am 12. Mai im Rolf-Liebermann-Studio des NDR zu einem denkwürdigen, Hamburg und Berlin gewidmeten Konzert. Fünf zeitgenössische Komponisten, die entweder aus Berlin oder Hamburg stammen oder dorthin umgezogen sind, wurden beauftragt, Lieder zum weit gefassten Motto „Urbane Themen in der zeitgenössischen Literatur“ zu komponieren. Und damit nicht genug: Auch die Ausführenden dieses sowohl in Berlin als auch in Hamburg dargebotenen Konzertes haben eine enge Bindung zu diesen Regionen. Eingeladen waren das Berliner Scharoun Ensemble, das sich aus Mitgliedern der Berliner Philharmoniker zusammensetzt, und die Sopranistin Claudia Barainsky sowie der Bariton Sebastian Noack.

Aus Hamburg nun stammt auch der heute in München lebende und an der dortigen Musikhochschule lehrende Jan Müller-Wieland. Das passive Erleben eines Zustandes durch eine fiktive Persönlichkeit bestimmt den Text des von Birgit Müller-Wieland verfassten Gedichtes "Im Krieg. Hochhauslied". „Es geht um das Blinde darum“, kommentiert Müller-Wieland, „um eine Art Verhaltensstörung, um die Ohnmacht und das perplexe Gefühl eines Menschen, der sich entweder mitten im Krieg befindet oder eine Ahnung davon hat. Das bleibt offen.“