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"Wie schön, dass du geboren bist" ... Rolf Zuckowski wird 60

In den Augen der Kinder altert er nie - und trotzdem: Rolf Zuckowski wird am 12. Mai dieses Jahres 60. Was der Kinderliedermacher in den mehr als dreißig Jahren seiner musikalischen Laufbahn geschafft und geschaffen hat, ist wahrhaft gigantisch. Seine Lieder werden in Kindergärten und Schulen gesungen, aber auch daheim im Kinderzimmer und in der Musikschule. Viele Kinder kennen seine Texte und Melodien auswendig, und es ist bestimmt nicht übertrieben, manche seiner Songs als moderne Volkslieder zu bezeichnen. Rolfs Konzerte sind ein Event der Extraklasse. Kleine Säle oder Hallen genügen da schon nicht mehr, denn die Kinder und ihre Eltern kommen in Strömen und fiebern danach, ihrem großen Star die Liedwünsche entgegenzurufen, die Rolf prompt und unter tosendem Applaus erfüllt.

Unter dem Motto „Leben ist mehr“ feiert Rolf Zuckowski am 12. Mai 2007 seinen 60. Geburtstag auf der Bühne des CCH Hamburg. Dabei sind musikalische Freunde und Weggefährten der vergangenen Jahrzehnte: Die Rolf-Zuckowski-Band in großer Besetzung, die „Finkwarder Speeldeel“, die „Elbkinder Magdeburg“, die „Sonnigen“ aus Kattowitz sowie eine Gruppe aus dem Erich-Kästner-Kinderdorf. Der Reinerlös des Geburtstagskonzertes fließt in die von Rolf Zuckowski und seiner Frau gegründete Stiftung „Kinder brauchen Musik“, die sich für eine aktive musikalische Kindheit einsetzt - vor allem für Kinder in sozial benachteiligten Lebensverhältnissen. Konzertbeginn ist 18.00 Uhr.

Hier einige Ausschnitte aus einem Interview mit Rolf Zuckowski anlässlich seines bevorstehenden Jubiläums:

Sie haben vor kurzem ein neues Erwachsenen-Album herausgebracht. Möchten Sie sich in der nächsten Zeit diesem Bereich noch mehr widmen?

Zuckowski: Ich möchte schon! Dass es da viel zu erzählen gibt, ist kein Zweifel. Die Frage ist nur, ob man selber die Kräfte hat, wirklich zu realisieren, wovon man träumt. Man muss ja letztendlich doch auch immer wieder organisieren, muss produzieren, man muss hinausgehen ins Land, das hat ja auch sehr viel mit körperlicher Kraft zu tun. Ich kann nur hoffen, dass mir die erhalten bleibt. Auf der anderen Seite fühle ich mich zur Zeit am aller wohlsten, wenn drei Generationen bei den Konzerten sind. Wenn Kinder im Saal sind mit ihren Eltern und deren Großeltern, dann bin ich wirklich da, wo ich mich auf meinem Platz fühle. Bei den Erwachsenen-Alben ist es mir ganz besonders wichtig, dass sie einen thematischen Bogen haben, und dass sie auch wirklich Erwachsenen viele Anregungen geben, inhaltlich, emotional, musikalisch . . . Daran zu arbeiten erfordert für mich eine lange Zeit des Sammelns, Sortierens, Sichtens, Verwerfens, Wiederaufgreifens.

Sie sind ja selber, sehr zu Ihrem Glück, zum zweiten Mal Großvater geworden. Ist der kleinste Nachwuchs auch so musikalisch?

Zuckowski: Ja, also bei der kleinsten Enkelin kann ich es noch nicht so sagen . . . Aber sie lallt sehr musikalisch! Der Tim ist total interessiert, kann übrigens auch alle meine Erwachsenenlieder auswendig, die neuen, er singt sie auch sehr gerne. Er versucht, Gitarre zu spielen, ist aber eigentlich noch ein bisschen jung dafür.

Die Frage wird Ihnen wahrscheinlich häufiger gestellt worden und wird immer wieder gestellt werden – ob denn ein Mensch wie Sie überhaupt ans Aufhören denken kann?

Zuckowski: Nein. Aufhören im Sinne von: Ich setze mich jetzt in den Sessel und lese endlich mal alle Bücher, die ich schon immer lesen wollte, mache alle Reisen, die ich machen wollte . . . Das kann ich mir nicht vorstellen. Dazu gibt es ja in meinem Beruf zu viele Wandlungsmöglichkeiten. Dass es vielleicht nicht mehr ganz so sprudelt, sondern man etwas gründlicher, bedächtiger, manchmal reflektierter angeht, ist ganz normal.

In den vergangenen Jahrzehnten haben Sie im Musicalbereich ein sehr umfangreiches Repertoire geschaffen. Einer der ganz großen Erfolge der jüngeren Zeit ist das Musical „Der kleine Tag“. Gefällt es Ihnen, wie dieses Musical von den Kindern oder den Schulen auf die Bühne gebracht wird?

Zuckowski: Ja, ich fühle mich diesen Aufführungen sehr nah. Ich hab mich gefreut, dass etwas, was ich mit dem Verlag ja ganz bewusst offen gelassen habe, nämlich: Wie möchten wir das auf der Bühne sehen?, dass das zu so unterschiedlichen Aufführungs-Varianten geführt hat. Ich glaube, dass Kinder und Jugendliche unbedingt diese Gestaltungsspielräume brauchen. Ihre Voraussetzungen sind so unterschiedlich, dass enge Vorgaben zu einem Korsett führen könnten, das ihre Kreativität und vielleicht sogar die Motivation bremst.

Man wagt sich in den Schulen mit dem „Kleinen Tag“ oft zum ersten Mal an so etwas wie Musiktheater heran. Was mich gefreut hat, ist, dass bei jeder Aufführung der Kern der Sache getroffen worden ist. Und es war immer eine starke Bewegtheit des Publikums zu bemerken. Ich habe sogar vor, weitere Singspiele, vielleicht auch Musicals zu schreiben – ich möchte nur noch keine Stoffe verraten.

Nicht jede Familie ist musikalisch. Sie haben mit vielen Hilfen Beistand geleistet, diesen Umstand zu ändern. Was empfehlen Sie aber den Eltern, die wirklich diese Schwelle nicht überschreiten und ihre Kinder aus eigener Kraft nicht zur Musik führen können oder wollen?

Zuckowski: Ich glaube, das Bewusstsein, dass Kinder Musik für ihre persönliche Entwicklung brauchen, kann auch vom Kopf kommen. Das kann auch Eltern, die kein Instrument spielen, klar gemacht werden, dass ihre Kinder, wenn sie sehr früh, und eigentlich auch ehrlich gesagt schon während der Schwangerschaft Musik spüren lernen und dann altersstufengerecht in Musik hineinwachsen dürfen, davon profitieren. Besonders wichtig ist dabei ein musisches Umfeld. Wer macht schon auf die Dauer allein Musik? Meistens hat man doch auch Freunde, hat später ein Ensemble, hat vielleicht einen Chor, eine Theatergruppe oder eine Ballettgruppe. Musik wird ja zum Glück sehr oft ganzheitlich erlebt.

Hätten Sie im Rückblick irgendetwas anders gemacht?

Zuckowski: Nein. Ich glaube an die Weisheit meiner Schwiegermutter, die leider nicht mehr lebt. Man kann manchmal auch nur durch Fehler bestimmte Dinge erkennen und dann besser machen. Darum würde ich rückblickend sagen: Ich glaube, dass die Fehler alle irgendwie ihren Sinn gehabt haben.