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Anne-Sophie Mutter spielt Sofia Gubaidulinas Violinkonzert „In tempus praesens“

Das Hauptereignis des Lucerne Festivals 2007 wird die Uraufführung von Sofia Gubaidulinas Violinkonzert „In tempus praesens“ durch Anne-Sophie Mutter und die Berliner Philharmoniker unter Simon Rattle am 30. August in Luzern sein. Am 27. Oktober bringt Anne-Sophie Mutter das Werk mit dem London Symphony Orchestra unter Leitung von André Previn dann auch in London zur britischen Erstaufführung. Die französische Erstaufführung mit derselben Solistin folgt am 16. Februar 2008 in Paris mit dem Orchestra National de France unter Kurt Masur.

Das im Auftrag der Paul Sacher Stiftung entstandene Konzert „In tempus praesens“ ist Sofia Gubaidulinas zweites Violinkonzert nach dem großen, von Gidon Kremer einst in die Welt getragenen Violinkonzert „Offertorium“ aus dem Jahr 1980, das man bereits als ein Repertoirestück der Gegenwartsmusik bezeichnen kann. Bevor Gubaidulina mit dem Komponieren beginnt, lässt sie den Impuls zu einem Werk lange reifen und konzipiert es im Kontext ihres religionsphilosophischen Weltbildes. So auch im Violinkonzert „In tempus praesens“. Dabei spielen für Gubaidulina in diesem Werk verschiedene Phänomene eine besondere Rolle. Abgeleitet von der göttlichen Dreieinigkeit sind zunächst die Zahlen Drei und Eins für sie zentral. „Aber diese ‹Eins› trägt eine unendliche, multidimensionale Welt in sich und damit eine unendliche Zahl von Eigenschaften“, erklärt die Komponistin. So steht das große Unisono am Übergang vom vierten zum fünften Teil des Werkes – für Gubaidulina eine Metapher für die Gegenwart („tempus praesens“) – gleichzeitig für die Vielfalt in der Einheit.

Hinzu kommt der zweite, aus dem Vornamen ihrer weltberühmten Solistin gewonnene und mit ihrem eigenen Vornamen nahezu übereinstimmende Begriff der „Sophia“, den Gubaidulina nicht nur als göttliche Weisheit verstanden wissen möchte, sondern auch als Gottes schöpferische Kraft. In Form und Konzeption des fünfteilig aufgebauten Werkes bezieht sich Sofia Gubaidulina erklärtermaßen auf den „Doppelvektor der Sophia“.

Anne-Sophie Mutters Engagement für die zeitgenössische Musik hat in den letzten Jahren viel Aufsehen erregt. Unter den von ihr oft gespielten Violinkonzerten sind Kompositionen von Witold Lutoslawski, Krzysztof Penderecki und André Previn.

30.08.2007, Luzern, UA Sofia Gubaidulina, „In tempus praesens“. Konzert für Violine und Orchester (Anne-Sophie Mutter, Berliner Philharmoniker; Ltg.: Simon Rattle)