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Gefeierte Uraufführung von Avner Dormans Schlagzeugkonzert “Frozen in Time”

Die Generalintendantin der Hamburgischen Staatsoper Simone Young wartete in ihrem 4. Philharmonischen Konzert am 2. und 3. Dezember 2007 in der Hamburger Laeiszhalle mit einer Überraschung auf. Bevor sie ihren begonnenen Zyklus mit Bruckner-Sinfonien in der Urfassungen mit der 4. Sinfonie Es-dur fortsetzte, dirigierte sie die Uraufführung des Schlagzeugkonzertes „Frozen in Time“ von dem jungen israelischen Komponisten Avner Dorman. Als Solist konnte der Österreicher Martin Grubinger gewonnen werden. Die Tageszeitung DIE WELT kommentierte das Ereignis, bei dem das Publikum den Komponisten und den Solisten mit Standing Ovations feierten, mit folgenden Worten:

„(...) Fakt ist, dass das 4. Philharmonische Konzert in der Musikhalle am Montag eine Viertelstunde später beginnen musste, weil sich an den Kassen Besucherschlangen bis vors Außenportal gebildet hatten. Mit Avner Dormans fetzig-farbigem Schlagzeugkonzert ‚Frozen in Time’ gab es ja schließlich auch eine Uraufführung zu erleben.

Den jungen Österreicher Martin Grubinger hatte Young für den Solopart dieses anspruchsvollen neuen Werkes gewinnen können. Und dieser wusste sich und Dormans Musik so recht in Szene zu setzen. Fast die ganze rechte Hälfte der Bühne nahm sein Inventar in Anspruch. Und weil er sich darin bewegte wie ein Dompteur in der Manege, hatte man extra noch einen Bildschirm installiert, damit er die Dirigentin auch ja nicht aus den Augen verlor. Der Salzburger Newcomer der Schlagzeugszene, die traditionell zwischen allen Musikgenres vom Rock über den Jazz bis zur Klassik zu stehen pflegt, hat sich seine Sporen bereits verdient. Als gefeierter Preisträger des ‚Bernstein Award’ ist er für seine spektakulären und unkonventionellen Auftritte bekannt und hat gerade eine schillernde Einspielung von HK Grubers Schlagzeugkonzert vorgelegt.

‚Frozen in Time’ von dem 31jährigen Israeli Avner Dorman nun ist ein Stück, das weniger mit Erwartungen spielt als sie in vollem Maße erfüllt. Mit rhythmisch bizarrem Jazz, harten Grooves und einem ungebrochenen Drive hebt es an. Der programmatische Titel, mit dem Dorman auf das geographische Phänomen erdgeschichtlicher Kontinentalverschiebung verweisen will, ist mehr eine Maske. Zum Verständnis des Stücks, das aus etlichen Motiv-Verschachtelungen besteht, trägt es wenig bei. Sensibel passte sich der Soloflötist der Philharmoniker Walter Keller in das melodiöse Marimbaphongewebe Grubingers ein. Und wenn das durch zwei Klaviere verstärkte Orchester mit Bigband-Aufgaben dann seine wenig schüchternen Ausbrüche zelebrierte, erinnerte der Stil gar an den knalligen Mambo aus Leonard Bernsteins ‚West Side Story’.

Eine traumartige Atmosphäre im Adagio schloss sich an, bei der Grubinger seine Soli wie eine tanzende Feder im Winde dahinschweben ließ. Von den Stühlen riss der Solist sein Publikum erst recht beim Presto-Finale, wo Dorman vom Afro Cuban Jazz bis zur Filmmusik à la ‚Mission Impossible’ tief in die kompositorische Trickkiste griff. (...)“ (DIE WELT, 4.12.2007)