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George Antheils revolutionäres „Ballet mécanique“ und Galina Ustwolskajas Komposition Nr. 3 auf NDR Kultur

Neue Musik für ungewöhnliche Besetzungen, vor allem Musik, bei der ein bestimmter Instrumententyp gleich in mehrfacher Ausführung besetzt ist, ist das Thema der Sendung „neue musik“ auf NDR Kultur am 27. Februar 2008 ab 21:08 Uhr.

Zur Sendung kommt unter anderem das berühmte „Ballet mécanique“ von George Antheil in einer Aufnahme aus der Carnegie Hall mit allein neun Konzertflügeln und elf Schlagzeugern, die auch Fahrradklingen, Sirenen und Xylophone zu bedienen haben. Nicht neun Klaviere, sondern nur eines, ist in der Komposition Nr. 3 mit dem Untertitel „Benedictus qui venit“ von Galina Ustwolskaja besetzt. Dafür aber verlangt die im Dezember 2006 im Alter von 87 Jahren verstorbene Komponistin vier Flöten und vier Fagotte.

Von 1948 bis 1977 war Ustwolskaja Dozentin für Komposition an der Leningrader Rimski-Korssakow-Musikfachschule und hat währenddessen eine völlig selbständige, ästhetisch-stilistisch geschlossene Musiksprache entwickelt. Die Komposition Nr. 3 bildet den letzten Teil der Werktrilogie Kompositionen Nr. 1 bis 3. Die Untertitel der Werke „Dona nobis pacem“, „Dies irae“ und „Benedictus qui venit“ deuten auf die tiefe Religiosität der Komponistin hin. Die Besetzung vieler ihrer Werke weist auf einen kammermusikalischen Zuschnitt. Ustwolskaja wehrte sich aber entschieden, dass der Begriff „Kammermusik“ für ihre Werke verwendet wird. Tatsächlich erinnern ihre Kompositionen, auch die mit sehr kleinen Besetzungen, durch Blockhaftes, monolithisch strenge Repetitionen, harsche Brüche eher an Kathedralen als an Kammern.

Auffällig ist die extreme Behandlung der Instrumente – insbesondere die des Klaviers, für das Ustwolskaja fast dauernd Cluster vorschreibt. Das Spiel der Tontrauben erfordert den Einsatz der Handflächen, -kanten und der Fäuste. Um die geforderte klangliche Intensität zu erreichen, werden die psychischen und physischen Kräfte maximal gefordert.

Die Partitur der Komposition Nr. 3 von Galina Ustwolskaja ist im Rahmen der Reihe „exempla nova“ als Druckausgabe erschienen (SIK 1913).