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Große Stücke haben großes Konfliktpotenzial: Jan Müller-Wieland im Gespräch

Im Rahmen der Frankfurter Musikmesse im März 2008 haben verschiedenste Komponisten und Autoren der Musikszene „Positionsbestimmungen“ abgegeben, die auszugsweise in der Druckausgabe der Neuen Musikzeitung 4/08 und vollständig auf der Website dieses Magazins nachgelesen werden können.

Der heute in München lebende Komponist Jan Müller-Wieland sagte hier unter anderem:

„Die Tradition ist das Aufregendste. Sie kann sich ja nur bilden, wenn sie Niveau hat. Die Tradition in der Musikgeschichte oder Literaturgeschichte ist die Tradition der Nicht-Langeweile-Erzeugung. Es geht darum, Spannungen zu erzeugen, Konflikte darzustellen und somit um die Tradition der Konfliktgeschichte in der Musik. Die großen Stücke sind immer Stücke mit großem Konfliktpotenzial. Insofern sehe ich mich fast flehentlich als Traditionalisten.

Einen Hörer denke ich beim Schreiben nicht mit. Beim Erfindungsprozess interessiert mich erst mal nur die Situation des Stückes, seine Dramaturgie. Der Aufführungsraum ist aber auch wichtig. Ich versuche, so dramaturgisch wie möglich zu denken, aus dem Stück selbst heraus.

Es geht mir bei Vokalmusik darum, den Text durch das Vertonen und durch meine klanglichen Ideen auf eine andere Wirklichkeitsstufe zu transportieren. Es geht dabei nicht um Dekonstruieren, sondern um Transformieren.