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„Dramatische Spiele“: Schnittke und Raskatov bei NDR Kultur „Neue Musik“ am 30.4.2008

Die Sendung „Neue Musik“ auf NDR Kultur widmet sich am Mittwoch, 30. April 2008, von 21.18 Uhr bis 22.00 Uhr Werken von Alexander Raskatov und Alfred Schnittke. Eine Art instrumentales Theaterspiel hatte Raskatov in seinen „Dramatischen Spielen“ für Cello solo versucht zu inszenieren. Der 1953 geborene russische Komponist machte in den letzten Jahren nicht nur mit eigenen Kompositionen auf sich aufmerksam. Im vergangenen Jahr war er an der posthumen Uraufführung von Alfred Schnittkes 9. Sinfonie in Dresden maßgeblich beteiligt. Schnittke hatte das Manuskript dieser letzten Sinfonie auf dem Sterbebett bearbeitet, konnte es aber nicht vollenden. Die Dresdner Philharmonie bat Raskatov daraufhin, die Handschrift in einen spielbare Orchesterfassung zu übertragen.

Für die Dresdner Uraufführung komponierte Raskatov noch ein eigenes Vokalwerk hinzu, das die Dresdner Philharmoniker zusammen mit dem Hilliard Ensemble zur Uraufführung brachten. Die 9. Sinfonie von Alfred Schnittke in der Bearbeitung von Alexander Raskatov wird am 15. Juni von Andrey Boreyko und den Hamburger Symphonikern zur Hamburger Erstaufführung gebracht, was in der NDR-Sendung ebenfalls thematisiert wird. Es ist eine Art Abschiedsgeschenk des scheidenden Chefdirigenten Boreyko und gleichzeitig eine Huldigung an den 1998 verstorbenen Komponisten Schnittke.

Bei NDR Kultur kommt am 30. April der Zyklus „Dramatische Spiele“ für Violoncello solo von Alexander Raskatov in einer Aufnahme mit Alexander Ivashkin zur Ausstrahlung. Raskatovs Vorliebe bei eigenen Werken gilt der Kammer- und Ensemblemusik, die er oft durch überraschende, klug eingebaute theatralische Effekte bereichert. Ivashkin spricht außerdem von einer unverkennbaren Ironie, einem teilweise auch sarkastischen Humor und starken lyrischen Elementen in Raskatovs reiner Instrumentalmusik

Im Anschluss daran erklingt Alfred Schnittkes Filmmusik zu dem beklemmenden Filmdrama „Aufstieg“ in der Regie von Larissa Schepitko, der in Berlin kurz nach seinem Erscheinen mit dem Goldenen Bären ausgezeichnet wurde. Das Sujet spielt im Kriegswinter 1942 und erzählt von zwei sowjetischen Partisanen, die ihren ehemaligen Lehrer vor einem Erfrierungstod retten. Als alle drei von den Deutschen aufgegriffen und gefoltert werden, knickt einer von ihnen, ausgerechnet auch noch der körperlich stärkste, um.

Schnittkes sich langsam aufbauende, immer bedrückender werdende Musik, zeichnet die Ausweglosigkeit der Situation und die Selbstaufgabe des Protagonisten auf beklemmende Weise nach.