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Riesenerfolg für Xiaoyong Chen in Hamburg: Ausverkauftes Rolf-Liebermann-Studio

Die jüngste Veranstaltung der Redaktion „das neue werk“ beim NDR im Rolf-Liebermann-Studio war ein großer Erfolg für den porträtierten chinesischen Komponisten Xiaoyong Chen. Kein Geringerer als sein Landsmann Muhai Tang leitete die Uraufführung von Chens neuem Orchesterwerk „Colours of Dreams“ mit dem NDR Sinfonieorchester und dem Ensemble Chai Found Music Workshop aus Taiwan.

Lutz Lesle schreibt in der Tageszeitung DIE WELT (Ausgabe 26.5.2008) dazu:

„(...) Xiaoyong Chen ist ein stiller Chinese im Lande. Nach einer abenteuerlichen Reise mit der Transsib kam er 1985 zu Fuß über die innerdeutsche Grenze. Nachdem ihm in Peking eine Partitur von György Ligeti in die Hände gefallen war, gab es für ihn nur noch eines: auf nach Hamburg!

Der beste Ratschlag, den der weise Maestro seinem Schüler mitgab: ‚Du sollst nicht Chinese sein, Du sollst Chen sein.’ Chen wurde Chen. Blieb in der Hansestadt, heiratete, gewann das Bachpreis-Stipendium, wurde Uni-Lektor für Chinesisch, Autor der Musikverlage Sikorski und Mitglied der Freien Akademie. Gleichwohl ging an ihm kein Chinese verloren. Mehrfach im Jahr zieht es ihn in die Heimat, und seit 2006 ist er Professor am Konservatorium Shanghai.

In seiner Musik knüpfen abendländische und asiatische Instrumente oft einen west-östlichen Diwan - ausgespannt zwischen Yin und Yang, urverbunden im Tao, dem All-Einen. Chens Klangwelt wirkt, wie er selbst, eher lautlos und scheu. Wer kein Aufhebens macht, wirft keine Medienschatten. Weshalb es bis dato in Hamburg hieß: ‚Chen, wer ist denn das?’

Im Liebermann-Studio erwies ihm die Redaktion ‚das neue werk’ jetzt die überfällige Reverenz.

Der Doppelabend vereinte Solisten wie auch das voll besetzte Sinfonieorchester des NDR unter Gastdirigent Muhai Tang mit dem CFMW-Ensemble aus Taiwan: behendes Virtuosen-Grüppchen mit chinesischer Fidel, Brett-Zither, Zupf-Lauten, Mundorgel und Bambus-Querflöte. Mit pentatonischer ‚Traditionsmusik’ führten sie sich ein, bevor sie sich mit den NDR-Musikern den tönenden Seins- und Sinneserfahrungen Chens hingaben: ‚Speechlessness, Clearness and Ease’, ‚Floating Colours’ und - als Uraufführung des NDR-Auftrags – ‚Colours of Dreams’ (2008). (...)“